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Fischunkelalm und Röthbachfall

Datum: 05.09.2021

Teilnehmer: Familie

Gipfel / Höchster Punkt:

Fischunkelalm

Röthbachfall

Wetter:  wolkenloser Spätsommertag mit morgentlicher Herbstkälte bzw. Herbstnebel

Schwierigkeiten: ohne

Bedingungen: Trockener Fels

Strecke: Parkplatz Königssee 604m – Bootsanlegestelle Königssee – Salet – Saletalm – Obersee 613m – Fischunkelalm – Röthbachfall – Fischunkelalm 620m – Obersee – Saletalm – Salet Bootsanlegestelle – Königssee Bootsanlegestelle – Parkplatz Königssee

 

Ausrüstung: normale Wanderausrüstung

Die Sonne kämpft gegen den Nebel und gibt uns den Blick auf den Watzmann frei.

Den Röthbachfall und die Gegend um die Fischunkelalm hatte ich zum ersten Mal als kleiner Junge gesehen. Das letzte Mal aber mit Peter bei unserer Königssee Umrundung. Ich fand diese Landschaft und die Blicke auf Obersee und Königssee von dieser Seite aus so unglaublich schön, dass ich dieses Kleinod meiner Familie nicht vorenthalten wollte. Wir erreichten um kurz vor 08:00 Uhr die Bootsanlegestelle am Königsseeufer. Eine nur zwanzig Meter lange Schlage war vor uns. Ich war echt überrascht, denn ich habe schon viel längere Warteschlangen vor dem ersten Boot am Königssee gesehen. 

magische Stimmung am Ufer des Obersees

Freudig kauften wir schnell noch unsere Tickets am Schalter und reihten uns in die Schlange ein. Schon kurze Zeit später wurde das erste Boot befüllt. In einem gesteckt vollen Boot ging es von Königssee zum ersten Halt. In Kessel wurden die ersten Passagiere von Bord gelassen. Danach wurde es mit den Sitzplätzen wieder leichter und es ging dann anschließend quer über den See, denn an der Echo Wand wurde uns traditionsgemäß von der Bootsbesatzung eine Trompetenmelodie vorgespielt. Zwar habe ich diese schon einige Male gehört, dennoch finde ich dieses Schauspiel jedes Mal wieder schön. In Kombination mit den amüsanten Erklärungen der Bootsbesatzung über die Geschichte von Sankt Bartholomä und dem Königssee im Allgemeinen war die restliche Überfahrt nach Sankt Bartholomä und weiter nach Salet sehr kurzweilig.

Die letzten Nebelfetzen verziehen sich...

In Salet angekommen, gingen wir vom tief im Nebel liegenden Bootsanleger direkt zur Saletalm, wo aber noch alles verschlossen war. Über den gut ausgeschilderten Weg gingen wir zwischen Kühen und Baumaschinen Richtung Obersee. Einfache Wege und leichte Steigungen machten es meiner Tochter leicht ihr eigenes Tempo zu finden. Und so gingen wir von Kletterfelsen zu Kletterfelsen.

der Obersee

Kurze Zeit später waren wir auch schon am Ufer der Obersees. Eine unglaubliche Stimmung erwartete uns dort. Die Sonne hatte es erst vor einigen Augenblicken geschafft, durch den dicken Nebel zu kommen. Letzte Nebelreste lagen noch auf dem glasklaren See. Magisch! 

Der Steig am Oberseeufer

Nach ein paar Fotos machten wir uns auf am rechten Seeufer zur Fischunkelalm zu wandern. Das einfache, meist mit einem Stahlseil gesicherte Gelände entlang des Seeufers freute meine Tochter besonders, denn hier konnte sie erst vor kurzem gelernten ersten Kletterkenntnisse erfolgreich anwenden. Viel zu schnell waren die „Kletterstellen“ überklettert, denn schon kurze Zeit später, erreichten wir das obere Ufer des Obersees. Nach einer kurzen Plantschpause im und am See, machten wir uns Richtung Röthbachfall auf. Wir wollten noch vor der Jause Deutschlands höchsten Wasserfall, den Röthbachfall sehen, der weltweit gesehen an 15. Stelle liegt. Über einfache und größtenteils flache Wege erreichen wir nach einer weiteren halben Stunde den Talschluss, wo sich das Wasser des Falls spektakulär über einige Stufen den Weg in die Tiefe sucht. 

Der höchste Wasserfall Deutschlands - Der Röthbachfall im Talschluss

Umgeben von ein paar Kühe bauten wir in einem Meer an Steinmännern und Steinfrauen unseren eigenen. Größer musste er sein, als alle anderen. Erst als uns das geglückt war, konnten wir den Rückweg zur Brotzeit an der Fischunkelalm antreten.

Blick vom Talschluss am Röthbachfall in Richtung Fischunkelalm.

Diesmal ging es, wahrscheinlich der Vorfreude auf die Jause geschuldet, ziemlich flott und wir überholten die weit vor uns gestartete Glapperl und Slipper Fraktion. An der Alm angekommen, wurde mit Radler, Johannschorle, Käse-, Speck- und Griebenschmalzbrot erstklassig diniert. 

Blick über den Obersee zur Fischunkelalm

Wir ließen uns die Sonne auf den Pelz scheinen. Es war richtig schön. Erst als uns die ersten asiatischen Besucher unsanft mit lauten Diskussionen aufweckten, machten wir unsere Rucksäcke fertig und marschierten wieder Richtung Obersee. Auf dem gleichen Weg machte die schöne „Kletterei“ am Oberseeufer gleich nochmal so viel Spaß.

Am Königssee angekommen, wurde noch der nötige und verdiente Stocknagel erworben, denn der neue Murmeltier-Wanderstock von meiner kleinen Maus musste ja die ersten Bilder erhalten. Nach einer ausgiebigen Plantschsession am Königsseeufer wurde das nächste Boot zur Königssee Haltestelle genommen. Ein ereignisreicher Tag ging zu langsam zu Ende.

Der Bootsanleger bei Salet

Fazit:

Ich habe schon viele Hütten in den Berchtesgadener Alpen besucht. Vielleicht fehlen mir noch vier oder fünf, aber bisher ist für mich die Fischunkelalm die schönste. Die Aussicht lässt nicht viele Wünsche offen und die Stimmung besonders am Morgen, wo noch nicht viel Besucher da sind, ist einmalig. Die spartanische, einfache Küche ist für mich genau das richtige.

 

In Summe ist diese Familientour in Berchtesgaden ein Highlight. Sie ist zwar weder anstrengend noch besonders lang, wofür ich sonst ein Faible dafür habe, aber ich liebe diese Stimmung am frühen Morgen, wo Königssee und Obersee noch schlafen. Außerdem hat sie alles, was man für eine gelungene Familientour braucht:

Eine schöne Schifffahrt, kurze Wege, wenige Höhenmeter, eine gewaltige Aussicht, einige leichte Kletterstellen, Boulderfelsen und ein Jause, die einem schmeckt, und das im Herzen der Berchtesgadener Alpen. Was will man mehr?!

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Kommentare: 1
  • #1

    Peter (Donnerstag, 09 September 2021 12:54)

    schöne Tour :-)