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Hoher Seeblaskogel 3235m

Skihochtour Seeblaskogel über Tatzenferner

Teilnehmer: Robert, Helmut, Michael

Datum: 16.03.2013

Gipfel:

Hoher Seeblaskogel 3235m

Schwierigkeiten:  ST III – 1600Hm

Lawine: 2

Wetter: Sonniges Märzwetter, Sehr kalt bei -22 Grad am Parkplatz, leichter Wind.

Bedingungen: zerfahrener Pulverschnee

Strecke: Parkplatz Lüsens 1636m - Längentalalm - Grüne Tatzenferner - Hoher Seeblaskogel 3235m - Grüne Tatzenferner - Längentalalm - Parkplatz Lüsens 1636m

 

Heute ist es kalt, so richtig kalt. Gute Anzeichen für eine nächtliche Abstrahlung! Ich freue mich auf beste Verhältnisse, aber ich komm fast nicht in meine Skischuhe weil die Finger schon nach kurzer Zeit so starr und unbeweglich sind. Irgendwann habe ich es dann doch geschafft und wir starten 100 Meter vor dem eigentlichen Parkplatz vom Alpengasthof Lüsens. Wahnsinn, der ganze Parkplatz ist voll. Wir gehen wir mit unseren Ski an unzähligen Auto vorbei, die wild entlang der Straße parken. Wir ahnen schon Schlimmes…

Auf der Langlaufloipe geht es taleinwärts bis zum Fernauboden. Beim Materialaufzug des Westfalenhauses steigen wir nach rechts über eine Steilstufe auf der linken Talseite in das Längental. Nach der Steilstufe wird es an der Längentaler Alm (1989m) wieder flacher. Die Alm passieren wir und gehen weiter Taleinwärts. Unterhalb des Westfalenhauses gehen wir weiter im Talboden mit nur geringem Höhengewinn in das nun nach Süden drehende Tal. Auf 2400m drehen wir nach rechts ein, und erreichen über einen sehr steilen Hang das schöne Hochtal mit dem Grüne-Tatzen-Ferner. Trotz der enormen Geschwindigkeit heute friert es mich. Ich komm heute nicht auf Touren und der leichte Wind macht das Ganze nicht besser. Aber es hilft nicht, die anderen drei meckern ja auch nicht.

Im Hochtal bleiben wir immer im Talboden und folgen der Spur bis zum Talschluss, wo sich die steile Ostflanke aufbaut. Auf dem Grüne-Tatzenferner wird es für kurze Zeit wieder ein wenig flacher ehe sich die bis zu 45 Grad steile Gipfelflanke aufbaut. Wir spuren an, bis es schneebedingt, mit Ski, nicht mehr weitergeht. Wir machen Skidepot und steigen zu Fuß aber ohne Steigeisen weiter über leichtes Felsgelände zum Aussichtsreichen Gipfel auf.

Hier machen es uns gemütlich, machen kurz Brotzeit. Erst hier am Gipfel in der Sonne kann ich mich ein wenig erwärmen. Die anderen drei drängen zum Abfahren…Es hat sie der Pulverrausch erwischt. Ich bin zum ersten Mal in solch steilen, alpinen Skigelände und so lasse ich es am Anfang langsam angehen. Die anderen rauschen die bis zu 45 Grad steile Flanke runter, ich brauche ein paar Schwünge, um mich an diese Steilheit zu gewöhnen. Aber je länger ich in diesem Gelände bin, desto mehr Vertrauen sammele ich und schon kurz drauf wurde es besser. Wir fuhren die insgesamt 1000 Höhenmeter Abfahrt, mehr oder weniger auf der Anstiegspur aber immer nach unverspurten Hängen Ausschau haltend, entlang ins Tal. Ist schon herrlich wie leicht das alles geht, wenn die Verhältnisse passen! Mitte März noch solche Pulververhältnisse zu haben ist selten und nur bei ausgewählten, schattigen Touren zu erwarten. Im Talgrund angekommen ließen wir es bis zum Parkplatz rauslaufen.

 

Fazit: Ein alles in Allem gelungener Skitourentag! Großartiger Gipfel, steile Skiroute, beste Verhältnisse. Wenn es passt, dann passt es. Trotz des übervollen Parkplatzes waren wir, bis auf eine andere Tourengruppe, allein auf dem Gipfel. Bei diesen Verhältnissen bestimmt eine der Top Skitouren in Tirol. Steigeisen sollte man auf alle Fälle wegen der Gipfelfelsen und der steilen Gipfelflanke dabei haben.

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