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Vordere und hintere Grauspitze

Bergtouren Vordere und Hintere Grauspitze

Datum: 03.10.2013 und 08.06.2014

Teilnehmer: Robert, Claudia, Michael, Franz, Elke, Andreas

Gipfel:

Vordere Grauspitze 2599m

Hintere Grauspitze 2574m

Schwierigkeiten: je 1250 hm

Wetter: an beiden Tagen schönes Wanderwetter

Strecke: Älplibahn Bergstation 1801m - Kamm - Alp Ijes – Hintere/ Vordere Grauspitze - Alp Ijes – Kamm - Älplibahn Bergstation 1801m

 

Auf die Frage eines Bekannten wo die morgige Bergtour hingeht, sage ich ganz leise, „nach Lichtenstein zur Grauspitze“. Unverständliches Staunen entnehme ich seinem Gesicht.

Ich habe auch lange Zeit nicht gewusst, dass es diese Grauspitze gibt. Mit 2599m ist sie nicht gerade ein Riese. Aber seitdem sich irgendjemand das Projekt „7 Summits der Alpen“ ausgedacht hatte, indem die höchsten Erhebungen der sieben Alpenländer zusammengefasst wurden, wollten einige Landauer Naturfreunde diese Serie vollenden. Nachdem sie Mont Blanc, Dufourspitze, Gran Paradiso, Zugspitze, Großglockner und Triglav bestiegen hatten, fehlte den meisten nur noch die putzige Grauspitze in Lichtenstein.

Ich persönlich war zwar nicht so erpicht darauf, diese etwas bei den Haaren herbeigezogene Serie zu vollenden, aber ich war noch nicht in Lichtenstein, und da kam dann meine Neugier hinzu. Nach etwa 3 Stunden Anfahrt über die Lindauer Autobahn A96 und Liechtenstein erreichen wir am 03.10.2013 gegen 08:00 Uhr die Talstation der kleinen Älplibahn im kleinen Ort Malans in Graubünden. Wir parkten dort und fuhren die ersten Höhenmeter recht komfortabel für 15 Schweizer Franken hinauf zu Bergstation. 

An der Bergstation begann unsere Tour zur Vorderen Grauspitze, dem höchsten Berg des Fürstentum Liechtenstein. Der Beschilderung zum Fläscher Tal und zur Schesaplanahütte folgend, erreichen wir nach etwa 80 Minuten den Abzweig zur Alp Ijes erreicht. Von der Alp wandern wir weiter auf einem steileren Fahrweg. Nachdem wir zwei Tunnel durchschritten haben, geht es nur noch weglos weiter. Ein steiler Grasrücken zieht westlich der Alp Ijes hoch und endet auf etwa 2300 Meter im Südostgrat der Hinteren Grauspitze (2574 m).

Ein groβes Gipfelkreuz weist den Weg zum Gipfel. Über einen breiten Grashang, dann über Schrofen und Geröll erreichen wir der Gipfel. Als wir ganz oben waren, freuten wir uns erst einmal. Einige begannen schon zum Jubeln, denn sie hätten nun die 7 Summmits Serie erfüllt, aber irgendwann bemerkte jemand, dass der Berg neben uns eigentlich höher ist.

Nach einem Blick in die Karte und auf dem Höhenmesser merkten wir, dass wir auf der Hinteren Grauspitze mit 2574m standen. Das ist nur der zweithöchste Berg von Lichtenstein! Oh je!

Jetzt wurde unsere weitere Vorgehensweise diskutiert. Was sollten wir machen? Die höhere Vordere Grauspitze (2599m) würden wir nur mit einem erheblichen Aufwand erreichen, da die Älplibahn im Oktober schon mit dem Nebensaison Fahrplan operierte, war es uns nicht mehr möglich, den höchsten Gipfel vom Fürstentum Lichtenstein zu besteigen, ohne Gefahr zu laufen, die letzte Talfahrt zu verpassen. Schweren Herzens stiegen wir ab und gingen den Weg zurück zur Bergstation. Hier wurde das eine oder andere Frustbier eingenommen. Auf der Heimfahrt wurde allerding schon über unseren peinlichen Fehler gelacht und die Tour für nächstes Jahr ausgemacht. Dann wollte man auf die „richtige Grauspitze“ steigen.

Gesagt, getan. Wir schreiben den 08.06.2014. Wir fuhren wieder nach Malans und parkten wieder bei der Talstation. Diesmal waren auch Franz, Elke und Andreas dabei. Wir schwebten wieder mit der Älplibahn zur Bergstation. Von dort wanderten wir wieder Richtung der Alp Ijes wo wir weglos einen steilen Grasrücken raufsteigen. Der Rücken zieht westlich der Alp Ijes hoch und endet auf etwa 2300 Meter im Südostgrat der Hinteren Grauspitze (2574 m). Diesen Grat steigen wir auf der anderen Seite wieder in das Kar zwischen vorderer und hinteren Grauspitze ab. Hier queren wir einige Altschneefelder und steigen in der Flanke der Vorderen Grauspitze Richtung Grat aufwärts. Die letzten Meter zum Gipfel folgen wir einen Schneegrat unschwierig zum höchsten Punkt Lichtensteins. Endlich konnten die 7 Summits Bezwinger feiern. Wir waren definitiv auf dem Höchsten Punkt Lichtensteins und somit konnten wir unseren Fehler aus dem Vorjahr gerade ziehen. Franz zog eine kleine Flasche Rotwein heraus und schenkte in einigen kleinen Bechern jedem einen Gipfeltrunk ein. Dieser wurde so richtig genossen. Nach einer halben Stunde auf dem Gipfel steigen wir wieder auf bekannten Weg zurück zur Bergstation. Dort mussten wir blöderweise auf die nächste Talfahrt warten, sodass wir auf der Terrasse der Bergstation noch ein wenig feiern konnten.

 

Fazit:  Franz, Robert und Michael konnten die „7 Summits Serie“ vollenden und wir anderen freuten uns mit Ihnen. Ohne bestimmt darauf zu achten, hatte ich jetzt ja auch bereits fünf der sieben geforderten Gipfel. Aber, da die restlichen beiden eh auf meiner Todo-Liste stehen, werde ich irgendwann in der Zukunft auch die 7 Summits vollenden.

Ich wäre, wie auch meine Mitstreiter heute, ohne diese 7 Summits Liste, nie auf die Idee gekommen, zur Grauspitze nach Lichtenstein zu fahren. Landschaftlich ist es echt schön hier. Almen Gelände, saftige Bergwiesen und schroffe Felshügel bilden hier wie bei uns im heimischeren Chiemgau den Hauptteil der Landschaft. Ob man dafür extra nach Lichtenstein fahren muss, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

 


Hintere Grauspitze 2574m


Vordere Grauspitze 2599m

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