· 

Auf die Reiteralpe

Auf die Reiteralpe

Datum: 05.10.2017

Teilnehmer: Helmut und Franz

Gipfel:

Reiter Steinberge 2051m

Wagendrischelhorn 2252m

Großes Stadelhorn 2286m

Schwierigkeiten: Stellen UIAA II, meist steiles Gehgelände. / B-C

Wetter: letzter schöne Tag bevor eine Kaltfront eine Schlechtwetterphase bzw. Temperatursturz bringt. vormittags bewölkt, nachmittags sonnig und klar bei bis zu 20 Grad.

 

Strecke: Hintersee 795m - Böslsteig - Reiter Steinberge 2051m - Reiter Alpe - Wagendrischelhorn 2552m - Klettersteig B/C - Mayrbergscharte 2051m - Großes Stadlhorn 2286m - Mayrbergscharte 2051m - Schaflsteig - Hintersee 795m

 

Den letzten schönen Tag vor einer schneebringenden Kaltfront wollen wir nutzen. Helmut schlug die Reiter Alpe vor und ich bin gleich Feuer und Flamme. Dort war ich noch nie. Bisher habe ich mit der Reiter Alpe immer schwierige Kletterklassiker mit Alexander und Thomas Huber verbunden. Aber besonders diese Runde ist auch für den konditionsstarken Bergsteiger ohne weiteres machbar.

Vom Parkplatz beim Hintersee in Ramsau, etwa bei 800m, fahren wir mit dem MTB süd-westwärts vorbei an der Nationalpark Informationsstelle und weiter ins Klausbachtal. Bei Abzweig zum Schaflsteig, nach ca.4,5km deponieren wir hinter den Büschen unsere MTB. Dann gehen wir zurück zum Einstieg des Böselsteigs, der bei einer Bushaltestelle rechts durch den Hochwald beginnt. Diesem breiten Wanderweg folgen wir und bleiben auch beim nächsten Abzweig, der zur Halsalm führt, weiter auf unserem Weg 472, der nun allerdings in einen kleinen Pfad übergeht. Das Wetter wird toll, obwohl es momentan noch bewölkt ist.

Wir gehen an der Halsgrube vorbei und queren unterhalb der mächtigen Felswände des Prünzlkopfs hinüber, bis wir schließlich den Wald verlassen und über ein Geröllfeld und einen weiteren Hang den Böslsteig erreichen. Hier geht es zunächst durch eine Rinne, dann über ein Band mit Drahtseilversicherung nach links. Über Fels-, Schrofen- und Grasgelände steigen wir, mal in leichter Kletterei, dann auf schmalen Pfaden unterhalb des Predigtstuhls schließlich hinauf bis zum Kamm der Reiteralpe.

An der Wegtafel drehen wir zum Reiter Steinberg ein, den wir kurze Zeit später erreichen. Vom Gipfel geht der Weg links im auf und ab Richtung Stadel- und Wagendrischelhorn im aussichtsreichen Gelände an den Plattelköpfen vorbei. Auf ungefähr 2060m nicht zur Mayrbergscharte rüberqueren, sondern das 2251 Meter hohe Wagendrischelhorn in Angriff nehmen, das nun überraschend schnell erreicht wird. Vom Gipfel haben wir eine überragende Aussicht aber eine Pause haben wir uns erst auf dem höchsten der Reiter Alpe, dem Großen Stadelhorn verdient. Am Klettersteig mit Schwierigkeiten B/C steigen wir steil hinab über den SO-Grat und über Karrenfelsen zur Mayrbergscharte (2.055m). Von hier geht es gleich wieder steil bergauf. Entlang den Markierungen, erreichen wir in gut gestuftem Fels (max. UIAA I+) die Gipfelabdachung mit Gipfelkreuz am Stadelhorn 2284m, dem höchsten Punkt der gesamten Reiter Alpe.

Hier machen wir eine Brotzeit, denn von nun an geht es nur noch abwärts. Das Wetter hat sich wie der Wetterbericht vorhergesagt gebessert. Tolle Fernsicht! Aber im Nordwesten ist bereits dichte Bewölkung, die anstehende Kaltfront aufgezogen. Wir genießen noch eine Weile die Aussicht und machen uns anschließend an den fordernden Abstieg.

Vom Gipfel wenden wir uns nach links und queren unter der steilen Ostseite des Stadelhorns am Weg mit Sicherungen Richtung Süden und steigen auf etwa 1900m hinab. Dann geht es immer im auf und ab bis zu einer markanten Felsnadel (ca. 1915 Meter) und am Schaflsteig (Weg 473) talwärts. Zuletzt im Hochwald bis zur Fahrstraße (ca. 975m), wo unsere MTB, versteckt im Gebüsch stehen. Von dort geht es etwa 4,5km zum Parkplatz am Hintersee.

 

 

Fazit: Erlebnisreiche und fordernde Rundtour für konditionsstarke Bergsteiger auf den höchsten Gipfel der Reiter Alpe und auf zwei weitere, formschöne Zweitausender mit Klettersteigpassagen, vom schönen Hintersee im Berchtesgadener Land. In beide Richtungen machbar. Insgesamt summieren sich die Höhenmeter auf 1900. Auch die beiden Steige (Böselsteig und Schaflsteig) sind nicht zu unterschätzen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0