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Kleiner Watzmann 2307m und Grünstein 1304m

Kleiner Watzmann Nordostgrat

Datum: 27.09.2018

Teilnehmer: Peter 

Gipfel:

Kleiner Watzmann 2307m

Grünstein 1304m

Schwierigkeiten: UIAA II, schwierige Wegfindung!

Wetter: Sonnniger, stabiler und warmer Herbsttag

 

Die Tour auf den kleinen Watzmann, ist im Gegensatz zum des Großen Bruder ist im oberen Teil  spärlich bis gar nicht markiert. Nur wer über ausgeprägtes Routengespür verfügt und sicher im UIAA II klettert, darf sich an diese Unternehmung heranwagen. Die Wetterlage muss unbedingt stabil sein, denn ein schneller Rückzug ist nicht möglich. Neben den alpinen Herausforderungen bleibt die Tour natürlich besonders wegen der einmaligen Umgebung unvergessen. Eine der wunderbarsten Landschaften der Alpen! Auf der einen Seite die schroffe Felswüste am Watzmann und tief unten der fjordartige Königssee. Ein derartig gewaltiger Höhenunterschied zum Talboden ist übrigens selten. Die Watzmann-Ostwand gilt deshalb auch als höchste Wand der Ostalpen.

 

Diesmal ist wieder mal Peter dabei. Am Parkplatz Hammerstiel starten wir auf breiter Schotterstraße den Schildern zur Kühroint Alm folgend. (600hm/1,5h) zweimal kann man durch markierte Abzweiger den Schotterweg abkürzen. Vom Wetter her brauchen wir uns nicht beeilen, denn es ist eine stabile Hochdrucklage vorausgesagt, deshalb lassen wir es heute langsam angehen.

An der Kühroint Alm angekommen, wenden wir uns nach rechts. Man passiert neben der bewirtschaften Kührointalm die Bergopfer-Gedenkkapelle und schlägt sich dann links in die Almweide. Am besten auf der im Aufstiegssinne linken Seite, wo eine alte Liftschneise noch zu erkennen ist. Oben angekommen sieht man den kleinen unmarkierten Pfad weiterführen, der Richtung NO Grat des Kleinen Watzmann leitet.

Nach einem holprigen Aufstieg im Wald beginnt die felsdurchsetzte Latschenzone mit ersten Blicken ins Watzmannkar. Unvermittelt bewacht der so genannte Gendarm den sich zum Grat verengenden Rücken. Dieses Hindernis (II+), (fester Fels und Henkel) lässt sich am einfachsten rechts direkt neben den Steilabbrüchen erklettern. Links herum wäre deutlich schwieriger. Ich packe den Henkel und schwinge mich hoch. Dort will ich auf Peter warten. Peter, der kurz hinter mir ist, will nicht weiter aufsteigen. Ihm ist die Stelle zu heikel, und weil er nicht hundert prozentig fit ist, will er auf mich an der Kühroint Alm warten. Ich steige also alleine weiter. Bald drauf kommen die ersten Schneefelder, und auf ganze Bandbereiche liegt Knöcheltief Schnee. Das macht die ganze Unternehmung etwas schwieriger. Ich überlege kurz ob ich umdrehen sollte, aber entscheide mich fürs weitergehen. Ich klettere weiter höher. Mittlerweile sehe ich keine Markierungen oder Begehungsspuren. Bei den wenigen Steinmandln schauen nur noch die oberen Steine heraus. Ich steige nach Gefühl weiter Richtung Gipfel, muss einige male wieder umdrehen, weil das Gelände zu schwierig wird oder ich nicht mehr weiter komme. Die Schneeauflage macht das vorwiegende Gehgelände mit einigen leichten Kletterstellen (I-II) an den Felsstufen richtig heikel. Ich mogle mich weiter aufwärts. Ganz zuletzt wird es an den großen Platten unterm Gipfel (UIAA II) noch einmal etwas anspruchsvoller. Endlich erreiche ich den Gipfel! Die Freude und Erleichterung ist groß. Ich esse kurz einen Riegel, genieße die Aussicht auf die gewaltige Watzmann Ostwand und steige dann bald wieder abwärts. Ich will Peter nicht unnötig warten lassen. Ich will den schnellsten Weg runter nehmen und so entscheide ich mich gegen die Überschreitung. Ich gehe den gleichen Weg runter wie ich raufgekommen bin. Die Wegführung ist ja diesmal leichter, denn meine Spuren im Schnee sind noch deutlich zu sehen. Bald bin ich wieder beim Gendarm und kurze Zeit später auf der Almwiese bei der Kühroint Alm.

Wieder an der Kühroint Alm angekommen entschließen wir uns spontan, vor unserem Abstieg ins Tal noch die Runde über den Grünstein zu machen. Hierzu folgen wir den Wegweisen an der Alm. Wenn man den Schildern folgt kann man eigentlich die Grünsteinhütte nicht verfehlen. Dort tobt natürlich wie immer an einem schönen Tag der Bär. Wir kehren nicht an der Hütte ein, sondern starten durch zum Gipfel. Dort genießen wir nochmal einen tollen Ausblick. Nach einer kurzen Rast steigen wir nördlich einen kleinen Steig Richtung Parkplatz Hammerstiel ab.

 

Fazit: Gewaltig! Nur wer über ausgeprägtes Routengespür verfügt und sicher im II. Grad klettert, sollte diese Tour machen. Auch die Kondition sollte stimmen. Unsere Runde waren 24km mit rund 1600Hm. Die Wetterlage muss unbedingt stabil sein, denn ein schneller Rückzug ist nicht möglich. Bei meiner Besteigung verschärfte der Schnee auf den Bändern und Felsen die Sache zusätzlich. Deshalb trockener Fels von Vorteil.

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