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Skitour Hinterer Brochkogel / Petersenspitze

Skitour Hinterer Brochkogel / Petersenspitze

Teilnehmer: Peter

Datum: 06.04.2019

Gipfel:

Hinterer Brochkogel 3625m

Petersenspitze 3472m

Schwierigkeiten: UIAA II kombiniert am Südostgrat des Hinteren Brochkogel

Lawine: 3

Wetter: Sonnniger, stabiler Frühlingstag. Nachmittags aufkommende Bewölkung als Anzeige der kommenden Front.

Strecke: Parkplatz Gletscherskigebiet - Gletscherexpress - Mittelbergbahn - Mittelbergjoch - Taschachferner - Skidepot am Anfang des Südostrat - Hinterer Brochkogel - Süostgrat - Schidepot - Abfahrt zur Petersenspitze - Gipfel Petersenspitze - Mittelbergjoch - Pistenabfahrt - Gletscherexpress - Parkplatz Gletscherskigebiet

Die Schneelage in den normalen Skitourengebieten war dürftig bis schlecht. Also bedienten Peter und ich uns der Bahn im Pitztaler Gletscherskigebiet. Über das Mittelbergjoch, wird als Tourenziel üblicherweise die meist vielbesuchte Wildspitze gewählt. Will man ein ruhigeres und anspruchsvolleres Ziel, bietet sich der Anstieg auf den Hinteren Brochkogel über den Südostgrat (Normalweg) an. Als kurze Draufgabe wollten wir noch die Petersenspitze dranhängen. Der Hintere Brochkogel ist (war) wegen seiner Nordwand bei den Eiskletterern bekannt. Der Normalweg über den Südostgrat ist meist eine gemischte Firn-Felsbegehung, die etwas ausgesetzt und nicht schwerer als II nach UIAA ist.

 

Tourengeher auf dem Weg zur Wildspitze

Mit der Ski-Tourenkarte geht es per Piz-Express ins Pitztaler Gletscherskigebiet. Eine Abfahrt auf der Gletscherseepiste bringt uns zur Mittelbergbahn. Von der Bergstation geht es auf oder rechts der Piste im weiten Linksbogen zum sichtbaren Mittelbergjoch hinunter. Wir steigen die restlichen wenigen Meter zum Joch hinauf. Auf der anderen Seite müssen wir einen sehr steilen, felsdurchsetzten Hang nach links auf den Taschachferner hinunter rutschen. Wir lassen die Ski bis in den Boden auf 3100 Meter hinabgleiten. Hier fellen wir auf. Da es gestern und in der Nacht geschneit hatte, war die Lawinenwarnstufe noch ziemlich angespannt. Wir waren insgesamt zehn Leute aus drei Seilschaften. Also wechselten wir uns beim Spuren am Gletscher ab. Da bis auf uns alles die Wildspitze besteigen wollen, haben wir bis zum Brochkogelabzweig den gleichen Weg.

Rechts der Gletscherabbrüche steigen wir zuerst flach an. Wir müssen beim Spuren schon ganz schön Schnaufen. Zwischen den Abbrüchen und einer Serac-Zone rechts wird es etwas steiler, danach erreichen wir eine weite Abflachung vor der Petersenspitze. Im weiten Linksbogen wandern wir entlang der Brochkogel Ostflanke mild aufwärts. Dort trennen wir uns von den anderen Seilschaften und steigen nach rechts. Wir steuern deutlich vor dem Mitterkarjoch einen steilen Firnhang an, der bis zu einer Abflachung im Südostgrat des Brochkogels reicht. Wir kämpfen uns bis 3 Meter unter der Gratkante den Firnhang rauf. Oben geht mit Ski nichts mehr uns ich grabe mich durch die Schneewechte auf den Grat. Das dauert ziemlich, aber nach 15 Minuten habe ich mich dann doch raufgekämpft.

 

Meterhohe Wechten erschweren den Aufstieg auf den Grat

Oben am Grat steige ich in meine Ski und gehe die ersten 50 Meter am Grat entlang. Dann machen wir Skidepot und stapfen zu Fuß einen breiten, mittelsteilen Gratrücken im Firn weiter nach oben bis zur felsigen Verjüngung des Grates hinauf. Es beginnt jetzt ein ausgesetzter Gratabschnitt, der eine felsdurchsetzte Firnschneid überwunden werden muss. Hier ist es schon sehr heikel. Ich berate mich mit Peter. Auch er ist der Meinung, dass wir den kommenden kurzen Abstieg in eine Scharte und die danach folgenden Gratblöcke nicht ohne Sicherungstechnik überwinden können. Da wir kein Seil dabei haben, entschließen wir uns zum Abbruch. Hier ist unser Gipfel! Wir machen kurz Pause und klettern dann anschließend Bild am Gipfelkreuz zu unseren Ski zurück. Von dort fahren wir den Gratrücken hinunter. Anschließend fahren wir entlang der Brochkogel Ostflanke mild bis in die Gletscherebene vor der Petersenspitze ab. Hier fellen wir wieder auf. Die markante Firnkuppe der Petersenspitze ist unschwierig zu erreichen und kann direkt angesteuert werden. Am einfachsten gelangt man in einem angedeuteten Linksbogen zum ungeschmückten Gipfel. Hier haben wir eine tolle Aussicht. Nach einer kurzen Pause fahren wir vom Gipfel Richtung Mittelbergjoch ab. Kurz vor dem Joch nochmal kurz den Gegenanstieg meistern und schon ist man im Skigebiet.

Der Peter auf den letzten Metern zur Petersenspitze. Im Hintergrund der Doppelgipfel der Wildspitz und davor der hintere Brochkogel

Fazit: Der Südostgrat vom Hinteren Brochkogel war bei uns richtig winterlich. Wir wollten das Risiko eines ungesicherten Gipfelaufstiegs im kombinierten Gelände nicht eingehen und deshalb haben wir 30 Höhenmeter unter dem Gipfel umgedreht. Wir hatten trotzdem einen schönen Tag und fanden, nach der ersten Enttäuschung, dass wir richtig entschieden haben. Der Berg steht no länger…

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