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Skihochtour Äußerer Bärenbartkogel

Skihochtour Äußerer Bärenbartkogel

Teilnehmer: Robert

Datum: 19.04.2019

Gipfel:

Äußerer Bärenbartkogel 3471m

Schwierigkeiten:  ST III – 42°; 1630Hm

Lawine: 1, Schwachschicht nordseitig zwischen 2600m - 3000m

Verhältnisse: oben Pulver, im Mittelteil nach der Steilstufe kurzes Stück Bruchharsch, das kuppierte Gelände vor der Melager Alm war bereits leicht sulzig.

Wetter: Sonnniger, stabiler Frühjahrstag, Strahlend blauer Himmel, -12 Grad auf dem Gipfel, fast kein Windsonnig

Strecke: Parkplatz Melag 1900m - über Langlaufloipe zur Melager Alm 1970m - Materialseilbahn Talstation Weißkugelhütte - Freibrunner Tal - Freibrunner Ferner - Gipfel Äußerer Bärenbartkogel 3471m - gleicher Weg zurück zum Parkplatz

 

An einem traurigen Wochenende fuhren Robert und ich ins Langtauferer Tal. Traurig? Ja, weil zwei österreichische und ein kanadischer Profibergsteiger am Howse Peak in Kanada in einer Lawine beim Abstieg ums Leben kamen. David Lama, Hans-Jörg Auer und Jess Roskelley. Wir beide kannten Hans-Jörg Auer flüchtig, als wir vor ein paar Jahren ihm nahe der Amberger Hütte trafen. Deshalb und auch weil wir beide grad auch auf Skitour sind, kamen wir ziemlich ins Nachdenken. Da wir aber in Gegensatz zu den meisten Profi-Alpinisten keinen Sponsorendruck haben, können wir uns auf unseren Bauch verlassen und einfach abbrechen, wenn es uns nicht mehr daugt.

Wir hatten zwar Lawinenwarnstufe 1 aber zwischen 2600m und 3000m gab es den ganzen Winter eine Schwachschicht, die sich bis ins Frühjahr nicht abbaute. Robert hatte eine tolle Unterkunft, den Padöllhof in Graun organisiert. Wir fragten kurz wegen den Verhältnissen an der Weißkugel und am Äußeren Bärenbartkogel. Hans-Peter, der Chef vom Padöllhof legte uns den Äußeren Bärenbartkogel ans Herz. Da es dort die besseren Verhältnisse haben soll.

Also war die Entscheidung gefallen, wir gehen morgen auf den Bärenbartkogel. Wir checkten kurz die Karte und fuhren dann noch an den Reschenpass zurück um in der Pizzeria Abend zu Essen. Immer wieder checkten wir die Internetseiten der Österreichischen Presse um über das Unglück in Kanada etwas zu erfahren. Nach dem Essen fuhren wir zurück nach Graun zu unserem Padöllhof.

Am nächsten Morgen, stiegen wir in unser Auto und fuhren in den Talschluß nach Melag. Über die Langlaufloipe geht es ziemlich eben zur Melager Alm (1970 m) und dann wellig weiter zur Talstation der Materialseilbahn der Weißkugelhütte. Anschließend steigen wir rechts des Karlinbaches zum Ausläufer einer großen Moräne (ca. 2200 m).

Von dort rechts davon zur Waldgrenze, durch eine Mulde bergan, genannt "Auf den Riggen" und über steile Hänge zum Freibrunner Ferner. Die Spaltenzone umgehen wir über einen langen steilen Hang aufwärts. Anschließend rechts flach nach Süden um auf dem Kamm zu gelangen. Auf den Kamm steigen wir Richtung Westen zum Skidepot an. Schließlich geht’s dann mit Steigeisen über einen kurzen Grat zum neuen Gipfelkreuz des Äußeren Bärenbartkogels (3471 m). Auf dem höchsten Punkt genossen wir erst unseren Riegel und das obligatorische Cola. Wir hatten eine tolle Aussicht zur Weißkugel und den anderen Langtauferer und Ötztaler Bergen. Bei der Abfahrt hielten wir uns mehr oder weniger an der Aufstiegsroute orientiert.

 

 

Fazit: Einer zu Unrecht links liegen gelassener Gipfel. Anspruchsvoll und nur bei besten Bedingungen zu machen. Der Äußerste Bärenbartkogel zählt neben der Weißkugel zu den begehrtesten Gipfelzielen im Langtauferer Tal. Zu Recht wie man bei dieser fantastischen, abwechslungsreichen und hochalpinen Tour selbst sofort feststellen wird. Bereits der gefinkelte Aufstieg über prächtiges Skigelände, mit immer wieder wechselnden landschaftlichen Eindrücken, ist ein besonderes Erlebnis. Da lässt man die höhere Weißkugel gerne links liegen.

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