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Schneibstein / Jenner Hagengebirge

Hagengebirge Schneibstein / Jenner

Datum: 24.05.2020

Teilnehmer: Peter

Gipfel:

Schneibstein 2276m

Jenner 1874m

Schwierigkeiten: keine Schwierigkeiten. Durch Altschneefelder und Graupel bzw. Schneefall anspruchsvoller.

Wetter: im Tal Regen, ab der Mitterkaseralm Graupel, ab Carl von Stahlhaus leichter böiger Schneefall. Kaum Sicht.

 

Heute habe ich mich mit Peter auf eine Tour im Hagengebirge verabredet. Wir waren beide noch nicht dort oben, drum wollten wir das nachholen. Die von uns ausgewählte Tour war die "kleine Reibn" mit dem Minimalziel, falls das Wetter so sein wird, wie es vorhergesagt ist, der Schneibstein. Die Touren mit Peter sind immer ein Hammer, entweder wegen den Höhenmetern, der Länge der Touren oder im heutigen Fall wegen dem Wetter. Trotz mäßig bis schlechter Vorhersage, wollten wir die einfache Wanderung vom Parkplatz Hinterbrand wagen. Wir fuhren am Vorabend mit Peters Bus nach Berchtesgaden und genossen einen selten gewordenen Männerabend.

Früh am Morgen machten wir uns geh fertig, wussten aber nicht so recht was wir mitnehmen sollten. Auf unser Bauchgefühl hörend, packten wir eine Schicht mehr ein und nahmen zusätzlich die Handschuhe mit. Auf einem breiten, neu hergerichteten Forstweg gehen wir in Richtung Mittelstation der neuen Jennerbahn. Schon bald zweigte der Wandersteig 498a links vom Weg ab. Sofort steilte dieser auf und wir befanden uns in Mitten einer Weide mir Kühen. In zahlreichen Serpentinen steigen wir zum Mitterkaser aufwärts. Erste Graupelschauer prasselten auf uns nieder. Wir ließen uns aber nicht abschrecken und stiegen weiter zum Jennersattel auf. Von dort führt der ausgezeichnet ausgeschilderte Weg weiter zum Carl von Stahl Haus (1728m). Dort Empfing uns ein stürmischer Wind. Wir standen kurz im Vorraum der Hütte unter, zogen unsere Regenjacken, Handschuhe und Mützen an und gingen weiter Richtung Schneibstein. Ab der Hütte wird er Weg schlagartig anspruchsvoller und der liegend bleibende Schnee tat sein Übriges dazu bei.

Zuerst führt der Weg in Südöstlicher Richtung durch Latschenfelder zu einem Steilaufschwung. Danach folgt eine karstige Hochfläche, der sogenannte Blumengarten. Ab hier müssen wir immer wieder Altschneefelder queren und der Steig ist schneebedeckt. Die Sicht ist auf wenige Meter geschrumpft. Durch zwei schrofige Geländestufen erreichen wir in einem weiten Linksbogen den breiten Rücken

unterhalb des Gipfels des 2.276 Meter hohen Schneibsteins. Auf dem Plateau des Schneibsteins stehen zwei Gipfelkreuze. Nach einer kurzen Trinkpause und einem Riegel war der Entschluss schnell gefasst. Wir drehen um! Die Verhältnisse sind nicht so, dass wir die eigentlich geplante Kleine Reibn mit gutem Gefühl zu Ende gehen können. Bisschen enttäuscht, aber auch froh, dass wir wenigstens bis zum Schneibstein gekommen sind, stapfen wir im Neuschnee zurück zum Stahlhaus.

Der Wind blies uns jetzt mit voller Wucht ins Gesicht. Auf dem gleichen Weg gehen wir jetzt unseren Fußspuren und den wenigen, sichtbaren Markierungen folgend Berg ab. Am Stahlhaus angekommen, ist der Wind und die Graupelkörner schon wieder erträglicher. Wir steigen weiter ab und wollen im Abstieg noch auf den Jenner Gipfel 1874m steigen.

An der Bergstation der Neuen Bahn angekommen, sind es noch 10 Minuten zum Gipfel, mit der besten Aussicht auf den Königssee, die man sich wünschen kann. Mittlerweile haben sich die Wolken schon ein wenig gelüftet und wir sehen zumindest den See. Das Beste des Tages! Wir genießen die Aussicht Corona bedingt alleine. Herrlich! Ein Novum auf diesem leicht erreichbaren Gipfel!

Mit einem Lächeln auf dem Gesicht geht es zurück zum Parkplatz.

 

Fazit: Wenn auch die kleine Reibn nicht geklappt hatte, haben wir einen tollen Tag in den Bergen verbracht. Wieder einmal haben wir festgestellt, dass man nicht nur bei optimalen Verhältnissen und bestem Wetter eine tolle Zeit in den Bergen erleben kann. Man muss einfach die Ziele runterschrauben. Wir sind trotzdem auf 1420hm und eine Strecke von 17km gekommen.

 

 

 

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