Teilnehmer: Tobi, Christian, Till, Simone, Wolfgang, Christian, Christian, Felix, Ivan, Theo, Werner, Melanie
Datum: 19.03.-22.03.2026
Gipfel / Höchster Punkt:
Südliche Zufallspitze 3757m
Monte Cevedale 3769m
Schwierigkeiten: ST II-III – 3800hm
Lawine: 2/3
Verhältnisse: Durch die Schneefälle unter der Woche mit bis zu 50cm Höhe akzeptable Verhältnisse in einem sonst schwierigen Winter
Wetter: Gutes Tourenwetter, wobei nachmittags Tendenz zur Wolkenzunahme mit Sichtverschlechterung
Strecke:
Oberster Parkplatz im Martelltal (Hüttenparkplatz Marteller Hütte) - Zufallhütte 2265m – Marteller Hütte 2610m – Hohenferner – Marteller Hütte Übernachtung – Fürkeleferner – Oberstes Fürkelefernerbecken – Fürkelegrat – Südliche Zufallspitze 3575m – Monte Cevedale 3769m – Ventdretta del Pasquala – Rifugio Pizzini-Frattola 2700m – Rifugio Branca 2500m Übernachtung – Val Rosole – Colle del Pasquale – Vendretta del Paquale – Zufallferner – Zufallhütte - Oberster Parkplatz im Martelltal (Hüttenparkplatz Marteller Hütte)
Ein kleiner Überblick über unsere viertägige Runde.
Ich habe lange überlegt, was ich schreiben soll oder ob ich überhaupt etwas schreiben soll. Da ich mich aber zu Beginn meiner Schreiberei selbst dazu verpflichtet habe, nicht wie andere nur über die schönen und funktionierenden Erlebnisse zu berichten, kommt nun dieser für mich schwieriger Bericht!
Der gesamte Skitourenwinter war ja eher eine Herausforderung für den gemeinen Skitourengeher/ Skibergsteiger. Zuerst wurden wir wegen Schneemangel auf die Couch bzw. Piste verbannt, anschließend nach den erhofften Schneefällen von den Lawinenwarndiensten zur Zurückhaltung, ja regelrecht zum Verzicht angemahnt. Viele geplante Touren vielen aus, aus anderen wurden Wanderungen.
Da ich nicht der Typ bin, der Pisten hundert und tausend hinauf und hinunter schruppen will…ich eher Skibergsteiger mit dem Fokus auf Bergsteigen bin, blieb mir nur mein Ersatztraining, das natürlich in keinster Weise mit den Höhenmeter- und Ausdauerherausforderungen in den Bergen zu vergleichen ist. Über Jahre gewann ich mit Touren im Hochwinter meine Kondition für die Hohen Tourenziele im Frühjahr. Heuer wars es leider nicht so. Dementsprechend „schlecht“ fühlte ich mich bei der Anreise ins Martelltal. Dieses ungute Gefühl bezüglich meiner Fitness mischte sich mit mit der freudigen Erwartung auf ein paar schöne Bergerlebnisse im Rahmen einer Gruppe mit vielen bekannten Gesichtern. Die Lawinenlage war durch die unter der Woche gefallenen Neuschneemengen zwar angespannt, aber doch beherrschbar, zumindest dachten wir das…
Tag 1: Aufstieg zur Marteller Hütte und kleiner Fitnesstest
Vom Hüttenparkplatz der Marteller Hütte stiegen wir in wenigen Minuten zur Zufall Hütte auf. Ein riesen Gebäudekomplex mit Saunabereich und vielen anderen Dingen die es eigentlich in den Bergen nicht braucht. Es ist so schön endlich wieder auf Tour zu sein. Eine winterlich verschneite Landschaft mit vielen bekannten Gesichtern. Der Aufstieg zur Marteller Hütte war kurzweilig und abwechslungsreich. Ich schloss mich einigen Kollegen in der vorderen Gruppe an und wir marschierten zügig voran. Für mich war es auch eine Standortbestimmung. Wie fit war ich wirklich und wie fühlten sich meinen neuen Skischuhe, mein letzter Versuch, an.
Schnell kam die Marteller Hütte in Sicht, weit oben auf einen Felsen thronend. Über eine steile Rampe und einen Zieher nach links erreichten wir unseren Stützpunkt für heute. Mir ging es überraschend gut beim Aufstieg und setze mich, auf den Rest der Gruppe wartend auf den Tisch einer eingeschneiten Sitzgruppe auf der Terrasse. Der Ausblick ist wunderschön und ermöglicht mir schon einen Großteil der morgigen Tour einzusehen. Ich war zufrieden, konnte mit den schnellsten mithalten.
Nachdem alle Teilnehmer auf der Hütte angekommen waren, wurde erstmal ein bisschen in der Sonne entspannt, einige verpflegten sich mit einem kleinen Gruß aus der Hüttenküche. Um den angebrochenen Tag noch ein bisschen mit Leben zu füllen entschieden wir uns noch einen Anstieg zur leicht ersteigenden Köllkuppe. Ein 3330 Meter hoher Berg, der Skitechnisch wenig Schwierigkeiten und zu den leichtesten und beliebtesten Skizielen im Martelltal zählt. Ich ließ es mir offen wie weit ich steigen wollte, meine Fußsohlen meldeten sich schon, aber 1000 Höhenmeter sollten es schon sein. Mein Ziel war das Gletscherbecken des Hohenferner, der die Köllkuppe umfließt.
Wir starteten in Kleingruppen und so konnte jeder nach Gusto und Kondition sein Tempo steuern. Wir gingen ein Stück Taleinwärts und drehten nach links Richtung einiger Steilstufen ein. Kurz unterhalb des Hohenferners erreichen wir eine steile Rinne, die aufgrund von Schneemangel zu Fuß mit den Ski auf dem Rücken ohne Problem zu ersteigen war. Oben auf dem Absatz breitete sich der Hohenferner aus. Während die anderen die letzten 300 Höhenmeter auf den bereits gut sichtbaren Gipfel antraten, belies ich es für heute. Meine Füße kribbelten schon wieder…Neue Schuhe, altes Problem.
Ich setzte mich auf meinen Rucksack, schnappte mir meine Brotzeit und schaute in die Berglandschaft. Was für ein Privileg, völlige Ruhe! Kein Mucks war zu hören. Solche Momente sind in einer von Überlagerungen geprägten Welt so selten. Ich weiß nicht, wie lange ich da so allein dasaß…aber auf einmal hörte ich Stimmen. Einige Teilnehmer wollten auch nicht auf den Gipfel, wollten Energie sparen, weil der morgige Tourentag nicht einfach wird. Auf die fällige Abfahrt zurück zur Hütte folgte ein wunderschöner Hüttenabend mit der Einteilung der Kleingruppen für den kommenden Tag.
Tag 2: Auf geht’s zum Monte Cevedale
Wie vereinbart trafen wir uns Abmarschbereit in den Kleingruppen vor der Hütte. Heute wird es mit etwa 1800 Höhenmeter ein langer Tag werden. Wir vereinbarten ein moderates Tempo, da wir eigentlich bis auf die Besteigung des Cevedale am Ende des Tages nur auf der Hütte ankommen müssen. Abwechselnd führten wir den langen Hatsch in Richtung Fürkeleferner. Die schnellste Gruppe voraus, wir in gebührenden Abstand hinterher. Wir hielten uns auf der rechten Talseite eher wir nach links eindrehten, um am dem Gletscher die erste Steilstufe zu meistern. Nach dieser hielten wir uns auf der linken Seite, um die große Spaltenzone rechts über eine schwach ausgeprägte Rinne zu überwinden. Oben auf dem oberen Gletscherbecken angekommen, stiegen wir weiter nach links, bis der Gletscher sich in die seitlichen Felsränder auslief.
Dort packten wir unsere Ski auf den Rucksack und stapften den mit wenigen Kletterstellen garnierten Gratverlauf bis zur Abflachung etwa auf der Hälfte des Grates hinauf. Auf der Abflachung angekommen, wollten wir eigentlich die südliche Zufallspitze auslassen und direkt über das südlich gelegene Gletscherbecken von Cevedale und südlicher Zufallspitze zum Verbindungsgrat Cevedale-Zufallspitze einqueren. Da aber unsere erste Gruppe bereits auf dem Zufallspitzen Gipfelanstieg via Grat waren, überlegten wir, was wir machen wollen. Entweder auch den Grat nehmen oder doch das eingeblasene Gletscherbecken queren. Während dieser Wartezeit kamen drei Österreicher auf der Gratabflachung an und fingen an ein Schneeprofil des Südhangs zu graben. Wir schauten interessiert zu, zum einen, weil es uns im Allgemeinen interessiert, wie der Schneedeckenaufbau in diesem Bereich des Anstiegs war und zum anderen, weil es unsere weitere Aufstiegsmöglichkeiten direkt beeinflusst. Das Ergebnis erstaunte uns doch! Nur zwei kleine Berührungen mit der Schaufel reichten, um den Prüfstapel einzubrechen zu lassen. Dieser glitt auf einer etwa 5 Zentimeter dicken Schwachschicht ab. Also blieb uns nur der Anstieg über den Grat, alles andere wäre lebensgefährlich.
Über leichte Felsen (UIIA I) erreichten wir kurze Zeit später den Gipfel, wo wir uns gegenseitig zu dem unerwarteten Gipfel gratulieren. Der Ausblick hinüber zum Cevedale erschreckt mich immer wieder. So viele Menschen. Unglaublich wieviel Menschen sich von der nahen Casati Hütte hinauft quälten. Wie eine riesige Ameisenstraße reihten sich Gruppe an Gruppe. Nur kurz hielten wir uns, denn der Tag war noch lang…
Über den Verbindungsgrat kamen wir schnell zum Cevedale hinüber. Ein mittlerweile enorm ausgeaperter Gendarm in der Mitte des Verbindungsgrates zwang uns ein Stück in die Südflanke, um auf der anderen Seite ein kleines Plateau zu erreichen, wo gefühlt 100 Leute pausierten. Hier ließ ich meinen Rucksack mit den Ski liegen und da ich die Steigeisen eh schon an den Füßen hatte, stapfte ich im festen Schnee die letzten Meter hinauf zum Gipfel. Hier machten wir ein Gruppenfoto und genossen die Aussicht auf Königspitze, Zebru und Ortler. Auch die Bernina Gruppe oder die Dolomiten waren zu sehen. Ich mag das so sehr, obwohl ich regelrecht von Gipfelaspiranten vom Gipfelplateau gedrückt werde. Ich sog alles in mich auf. Insgeheim wusste ich es hier schon, dass es meine letzte Skitourenrunde werden würde…Die finale Erkenntnis kam jedoch erst ein Stück später.
Auf dem Cevedale mit der Holzhütte aus dem ersten Weltkrieg.
Auf Grund des vorigen Schneeprofils und der Tatsache, dass der geplante Weiterweg über Mont Rosole, Col della Mare und den Palon della Mare nicht eingespurt war, entschieden wir uns für die sichere Variante und beschlossen via Vedretta del Pasquale und Rifugio Pizzini-Frattola zu unserem nächsten Stützpunkt, dem Rifugio Branca zu kommen.
Die Abfahrt war nicht besonders schön, dafür schwer und kraftraubend. Plattenpulver wechselten mit Bruchharsch ab. Ich war richtig froh, als wir den Talboden erreichten, hier konnten wir auf einer gut gewalzten Rattrakpiste zum Rifugio Pizzini-Frattola hinausgleiten. Meine Füße schmerzten wieder…ein Pause war dringend notwendig. Wir konnten mit einem Erfrischungsgetränk auf die erfolgreiche Überschreitung anstoßen. Jetzt war nur noch die Überfahrt und der finale Aufstieg zum Rifugio Branca über. Aber das schafften wir auch noch. Da wir zwei Nächte auf dem Rifugio Branca bleiben werden, habe wir morgen Zeit auf einen der umliegenden reizenden Gipfel zu steigen. Ich hatte mir im Vorhinein schon den einen oder anderen, den ich mit meiner Gruppe gerne besteigen würde. Sozusagen als „finale grande“…aber nach einer Stunde auf der Hütte entschied ich mich gegen eine Tour und für einen Erholungstag für meine geschundenen Füße. Wichtig war für mich in erster Linie, ich am Sonntag wieder zum Ausgangspunkt zurückkommen muss. So gern ich auch noch einen Gipfel einsammeln würde.
Tag 3: Zwangs-Pausentag bzw. Palon della Mare für die Kollegen.
Nach dem Frühstück wünschte ich den anderen viel Erfolg. Das Wetter sollte bis in den frühen Nachmittag herhalten, danach sollte sich die Sicht verschlechtern. Also genug Zeit für Sie am Palon della Mare. Ich dagegen, verzog mich erstmal ins Zimmer. Ich wollte, nein ich musste ein Entscheidung treffen und ich traf Sie… für mich folgenschwer…über 15 Jahre beschäftigte ich mich mit dem Wintersport, mit dem Skitourengehen im Besonderen. Immer hieß es bei mir, nach der Tour ist vor der nächsten. Nach der Saison begann die Planung für die nächste, aber meist schon davor.
Ich konnte so einige Klassiker und besondere Erlebnisse für immer in meinen Kopf verankern. Die werden mir immer bleiben, auch wenn ich jetzt auch aufhöre…
Es war gut, dass ich jetzt alleine war…so konnte ich meine Gedanken ordnen und so war es auch gar nicht so schlimm…dachte ich…
Am frühen Nachmittag kamen die ersten von Ihrer erfolgreichen Palon della Mare Besteigung zurück. Sofort wurde dieser Erfolg in der gemütlichen Stube der Hütte gefeiert. Wie ich diese Hüttenabende liebe…
Ein Tag zum Nachdenken auf dem Rifugio Branca...
Tag 4: Auf zum großen Finale über den Colle del Pasquale
Lange mussten wir mit der Entscheidung warten über welche Route wir ins Martelltal zurückkommen. Über Nacht war eine Kaltfront über das Gebiet gezogen und hat etwa 30 cm Neuschnee abgelagert. Am morgen war von den am Nachmittag des vorherigen Tages aufgezogenen Wolken nichts mehr zu sehen. So konnten wir früh am morgen starten. Wir entschieden und gegen die einfache, aber längere Variante über die Pizzini-Frattola und Passo del Cevedale. Wir folgten einer Spur direkt hinter der Hütte ins Val di Rosole mit dem Ziel Colle del Pasquale. Mir ging es gut. Füße einigermaßen in Tape eingepackt. Über eine Mittelmoräne kamen wir ganz entspannt, aber spektakulär ins hintere Val di Rosole und über kupiertes Gelände nahe an den Wandfuß, wo sich der Aufstieg zum Colle del Pasquale über uns majestätisch aufbaut. Hier übernahm ich wieder das Seil, so konnten die anderen ein wenig leichter aufsteigen. Tobi voran und spurte den ersten Megahang des Tages an. Durch den Neuschnee der letzten Nacht erst war der Aufstieg wieder mit Ski möglich. Relativ schnell überwanden wir die steilsten Stellen und befanden uns kurze Zeit später unterhalb der abschließenden Aufsteilung direkt unterhalb der Scharte.
Mit Steigeisen an den Füßen und den Ski auf dem Rucksack stiegen wir oben aus. Während sich die eine Gruppe an den Aufstieg auf den nahen Monte Pasquale machte, blieb ich auf der Scharte, so dass wir die Abfahrtsmöglichkeiten auskundschaften. Aber so sehr wir auch schauten, überall nur Felsen und unfahrbaren Gelände. Nachdem die anderen vom Gipfel gekommen sind, musste eine Entscheidung her. Wir querten über ungute Felsen und Kletterei im UIAA II nach rechts, in Richtung Cevedale. Hier fand sich laut Track die richtige Stelle für die Abfahrt. Dieses Manöver zeigte wieder einmal, dass wir ein gutes Team waren, Während zwei drei die Geländesicherung übernahmen, übernahmen andere die Organisation vor der Kletterei und nach der Kletterei.
Die nachfolgende Abfahrt zum Gletscher stellte uns nochmal vor eine Herausforderung. Steiles mit offenen Spalten durchzogenes Skigelände. Wir fuhren aufgrund der Lawinengefahr einzeln mit zwei, drei sicheren Stopppositionen ab. Stollen am Ski und die schlechte Neuschneeunterlage machten das ganze nicht weniger gefährlich. Erst unten am Gletscherboden des Vendretta del Pasquale entspannte sich diese Situation. Jetzt standen uns nur noch etwa 500 Höhenmeter Aufstieg zum Cevedale Sattel bevor. Dieser Aufstieg sollte Tobis Meisterstück werden. 59 Spitzkehren! Was für eine Leistung!
Bis auf meine Füße war alles ok. Konditionell konnte ich mithalten und obwohl ich so wenige Höhenmeter wie noch nie in der Vorbereitung hatte ging es mir gut. Was man vom Wetter nicht mehr sagen konnte. Das schöne Wetter von Vormittag war weg…leichter Schneefall und Wind setzte ein.
Da ich als Schließender, Letzter der Gruppe oben auf dem Cevedale Sattel ankam, war schon jeder bereit zur Abfahrt. Die Witterung war miserabel, darum fuhren die ersten auch schon los. Ich machte gefühlt 5 Sachen auf einmal…Essen, Trinken, Felle abziehen, Hardshell anziehen, Skibrille suchen, aber ich kriegte das schon irgendwie hin, so dass die anderen nicht zu lange im Schneesturm warten mussten.
Kurze Zeit nach meiner Ankunft fuhren wir los. Langsam und mit einigen Schiebern ging es über das flache Plateau hinüber zur Gletscherabfahrt auf dem Zufallferner. Meine Ski stollten wieder und deshalb war das Vorankommen auch so hart…Die Skibrille war beschlagen…hatte kein gute Sicht. Aber endlich wurde es steiler und der Schee auf dem Ski rieb sich ab. Ich nahm Fahrt auf. Ich genoss den Neuschnee aber übersah eine Geländewelle…verlor das Gleichgewicht… ich überschlug mich…der schwere Rucksack drehte mich unnatürlich…versuchte einen Sturz zu retten… ich landete auf dem Schnee und sofort merkte ich wie mein Knie verdreht wird. Schmerzen.
Ein Panorama Bild von Till! Am Gipfel des Monte Cevedale.
Ich checkte erst mal alles ab. Alles noch dran? Ja. Tut was weh? Ja. Dann versuchte ich das Knie, an dem die Bindung nicht ausgelöst hatte aus dem Schnee zu befreien. Langsam gelang mir das…sobald das Knie in der normalen Stellung war, hörte der Schmerz auf. Puh, erstmal liegenbleiben…ich höre Felix und Theo kommen. Sie halfen mir auf und ich richtete meine Sachen. Ich checkte im Stehen nochmal alles…Kein direkten Schmerzen… das Knie ist ein wenig beleidigt auf Grund der Verdrehung. Aber sonst alles gut. Ich zitterte am ganzen Körper. So jetzt runter ins Tal. Es sind nur noch 1400 Höhenmeter Abfahrt… Oh je…
Ich startete wieder. Langsam...total verkampft…Langsam machte ich wieder Kurven, aber meist fuhr ich einfach, solange es das Gelände zuließ, gerade hinunter und bremste mit den Stöcken. Durch die Anspannung und Zitterei musste ich immer vor Erschöpfung anhalten. Es war eine Qual. Trotz der echt gut fahrbaren Bedingungen konnte ich das nicht genießen. Endlich konnte ich am Horizont die Marteller Hütte sehen. Von dort sind es noch gut 600 Höhenmeter. Immer kürzer werden die Zeiten zwischen den Pausen. Der Hang von der Marteller Hütte hinunter war im schlimmen Zustand Eine zerfahrene Buckelpiste stellt mich normalerweise vor keinen großen Problemen, aber jetzt…eier ich wie ein Anfänger hinunter. Egal.
Auf der Zufallhütte wollen die anderen in der Gruppe die letzten 4 Tage ein bisschen feiern und was Essen. Kann ich gut verstehen…aber ich würde einfach sehr gerne aus den Schuhe raus.
Ich spiele mit. Ich esse die hervorragenden Hüttenmakaroni und hol mir ein alkoholfreies Weißbier. Die restliche Abfahrt war dann auf der ausgefahrene „Bobbahn“ gleich geschafft. Unten wurde es dann gefühlsmäßig doch noch mal hart für mich. So einfach und schnell, wie ich es auf der Branca Hütte beschlossen hatte, war es dann nicht. Komplettes Gefühlschaos trifft es besser…
Fazit:
Was soll ich jetzt sagen? Es waren intensive Tage auf dieser „Hohen Runde im Martelltal“ Schöne, exzellent kochende Hütten, tolle Berge und noch viel schönere Ausblicke auf Königsspitze und Ortler. Danke an Tobi, fürs Organisieren. Danke an Till und Christian. Danke an die Teilnehmer, die es auch wegen der Gemeinschaft für mich zu einem schönen Abschluss gemacht haben.
Die Gründe sind verschieden aber wiegen auch schwer. Zum einen hatte ich 15 Jahre Schmerzen in den Skischuhen. Weder diverse Modelwechsel noch empfohlene Wundereinlagen konnte meine Schmerzen mindern. Ich habe sie alle ausprobiert, diese „des muast probieren, des hilft dir bestimmt“
Ich habe irgendwie in den letzten Jahren die Motivation verloren diese Schmerzen aushalten zu wollen. Das ich diese trotzdem noch in Kauf genommen haben lag entweder am Tourenziel, eine Haute Route, die macht man Zuende...da quält man sich oder an der Kombination aus Teilnehmern und Tourengegend. Es würde wahrscheinlich zukünftig nur eine Skitour geben, für die ich nochmal in die Skischuhe schlüpfen würde… Ansonsten wars das. Dankeschön, wir sehen uns im Sommer…
















