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Großes Wießbachhorn 3564m

Wiesbachhorn 3564m über das Schwaigerhaus und Kaindlgrat

Datum: 08.08.2012

Teilnehmer: Sepp

Gipfel:

Unterer Fochezkopf 3032m

Oberer Fochezkopf 3159m

Großes Wiesbachhorn 3564m

Schwierigkeiten: UIAA I, 1530Hm

Wetter: stabile Hochdrucklage

Strecke: Parkplatz / Parkhaus beim Alpenhaus Kesselfall (990m) - Moosersperre 2050m - Heinrich Schwaiger Haus 2802m - Unterer Fochezkopf 3023m - Oberer Fochezkopf 3159m - Großes Wiesbachhorn 3564m - Oberer Forchezkopf 3159m - Unterer Forchezkopf 3023m - Heirich Schwaiger Haus 2802m - Moosersperre 2050m - Parkplatz Kesselfall 990m

 

Heute ist der Sepp bei mir dabei. Altgedienter und erfahrender Bergsteiger der Sektion Straubing. Als Ziel haben wir uns das Große Wiesbachhorn rausgesucht. Das Wetter sollte gut bleiben, somit steht einer erfolgreichen Besteigung nichts im Wege.

Der Anstieg zu Heinrich-Schwaiger Haus ist ein bisschen kompliziert. Denn vom Alpenhaus Kesselfall fahren wir erst mit dem Bus zur Talstation des Schrägaufzugs, um anschließend mit diesem ca. 400Höhenmeter aufwärts zum Speichersee „Wasserfallboden“ zu fahren. In einer zweiten Busfahrt am Speichersee entlang, geht es endlich hinauf zum nördlichen Ufer des Speichersees „Mooserboden“ auf 2050m. Bis hierher ist man schon 45 Minuten unterwegs, soweit nichts dazwischen kommt.

Jetzt sind wir endlich auf unseren Beinen unterwegs. Zu Fuß überqueren wir die zwei gewaltigen Staumauern in östlicher Richtung „Drossensperre“.

Weiter geht es der Beschilderung zum Heinrich-Schwaiger-Haus. Es geht zunächst über einige Stufen hinauf, dann auf gutem Weg in nordöstlicher Richtung am Hang entlang. Von nun an gewinnt man in zahlreichen Serpentinen auf dem steilen Hang schnell an Höhe. Wir kommen ganz schön ins Schnaufen. Während im unteren Teil noch einfaches Gehgelände ist, wird der Weg im weiteren Verlauf etwas ausgesetzter. Er ist jedoch in weiten Teilen aufwändig versichert und bei unseren trockenen Verhältnissen problemlos zu begehen. Nach knapp zwei Stunden erreichen wir das schön gelegene Heinrich-Schwaiger-Haus (2802m). Hier schnapp ich mir erst einmal ein alkoholfreies Weißbier und wir setzen uns auf die Bank vor der Haus. Anschließend ging es zum Abendessen, wo der Hüttenwirt vor dem Essen noch schnell die letzten Infos über Wetter und Tourenbedingungen in einer galanten Rede verkündet. Generell eine tolle Idee, aber für mich ein wenig drüber…Egal. Nach einer ruhigen Nacht, steigen wir früh am Morgen hinter dem Heinrich-Schwaiger-Haus in östlicher Richtung auf. Nach wenigen Minuten kommen wir zu einer Felsstufe, durch die ein mit Drahtseilen und Eisenstiften versicherter Kamin ca. 50Hm sehr steil hinauf führt. Von hier steigen wir in leichter Blockkletterei (UIAA II, Stellen)und über Bänder teils versichert bis kurz unter den Unteren Fochezkopf (3023m), queren links (Norden) um diesen herum und kommen schließlich auf das Fochez Kees.

Von hier steigen wir weiter in südöstlicher Richtung über Schutt und Blockwerk, später dann über ein aufsteilendes Firnfeld zum oberen Fochezkopf (3165m).

Wenn man es genau nimmt, unser zweiter Gipfel heute. Hier beginnt der eigentliche Kaindlgrat.  Beziehungsweise was von dem Kaindlgrat noch übrig ist. Dieser teilweise noch schneebedeckte Grat führt relativ flach, dafür aber zum Teil ausgesetzt nach Süden, bis sich nach einem kleinen Aufschwung bei gut 3250m rechts das Kaindl-Kees öffnet. Ich bin schockiert, was mit dem einst so prachtvollen Firngrat passiert ist.

Wir queren leicht ansteigend nach halbrechts (Süden) über den harmlosen Gletscher bis zu dem von weitem sichtbaren Absatz oberhalb der Wielinger Scharte auf ca. 3300m. Von der Scharte steuern wir weiter auf den vom Wiesbachhorn nach Südwesten herabziehenden Rücken zu. Die letzten 250 Höhenmeter zum Gipfel führen über diesen Rücken und die Westflanke des Großen Wiesbachorns hinauf zum Nordwestgrat. Auf diesem gelangt man über abwärts geschichtetes Gestein und einen zuletzt schmalen Firngrat zum großen Gipfelkreuz. Eine tolle Aussicht erwartet uns. Wir freuen uns sehr über unseren ersten gemeinsamen Hochtourengipfel. Nach einer kurzen Pause machen wir uns auf den Rückweg zum Heinrich Schwaiger Haus.

Ich überlege noch kurz, ob ich den Hinteren Bratschenkopf zusätzlich angehen soll, aber ich will Sepp nicht warten lassen. Also steigen wir gemeinsam zum Heinrich Schwaiger Haus ab. Dort füllen wir unsere Trinkreserven auf und machen uns an den steilen Abstieg zum Stausee.

 

 

Fazit: Tolle Tour auf  einen geschichtsträchtigen Ostalpengipfel. Die 2400m hohe Ostflanke ist die höchste der ganzen Ostalpen. Mit Sepp hat es auch gut geklappt, gerne wieder.

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