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Bergtouren auf der Gaudeamushütte

Klassiker Touren um die Gaudeamus Hütte

Datum: 23.06.2015 – 26.06.2015

Teilnehmer: Andrea

Gipfel:

Hintere Goinger Halt 2192m                                                     UIAA I+/II-

Elmauer Halt 2344m über Gamsänger Steig                        UIAA II - B/C

Kruttenkopf 1584m über Klamml Klettersteig                      UIAA I - D

Wetter:

Tag1: Regenwetter

Tag2: vormittags verbreiteter Restnebel, nachmittags dann auflockernd, teilweise sonnig bei 20 Grad

Tag3: Toller Sommertag, immer wieder größere Wolkenfetzen bei 20 Grad

Tag4: Tolles Bergwetter, bei 25 Grad

Strecke: Parkplatz Wochenbrunner Alm - Gaudeamus Hütte 1267m - Kübelkar - Elmauer Tor - Hintere Goinger Halt 2192m - Elmauer Tor - Kübelkar - Hütten Panorama Weg - Gaudeamushütte 1267m Übernachtung - Klamml - Gruttenhütte 1600m - Schuttkar - Gamsänger Steig - Elmauer Halt 2344m - Gamsänger Steig - Schuttkar - Gruttenhütte 1600m - Klamml - Gaudeamushütte 1267m – Übernachtung - Gaudeamus Hütte 1267m - Klamml Klettersteig - Kruttenkopf 1584m - Klamml Wanderweg - Gaudeamushütte 1267m – Parkplatz Wochenbrunner Alm

 

Ich kannte die Gaudeamus Hütte und das Umfeld von einem Fachübungsleiterlehrgang im Jahr 2013. Die Hütte zeichnete sich durch eine wunderbare Lage auf der Kaiser Südseite, einem kurzen Hüttenzustieg und einer freundlichen Atmosphäre auf der Hütte aus. Deshalb schlug ich Andrea die Hütte als Stützpunkt vor.   

Früh morgens starteten wir von daheim aus und erreichten ohne Probleme den Parkplatz an der Wochenbrunner Alm. Bei leichten Regen stiegen wir aus dem Auto. Überall tropfte und dampfte es. Den kurzen Zustieg schafften wir auch mit unserem großen Gepäck. Trotzdem kamen wir ziemlich durchnässt bei der Hütte an. Wir meldeten uns an, zogen uns um und entschieden, nachdem wir von der Hütte aus, vor lauter Wolken keinen einzigen Berg sahen, dass wir ins Tal fahren und Going und Elmau anschauen wollen. Bisschen Sightseeing bei Schlechtwetter war das Beste was wir aus dieser Situation machen konnten.

Abends pünktlich zum Abendessen kamen wir an der Hütte an. Da für morgen, nach anfänglicher Restbewölkung doch recht brauchbares Wetter vorausgesagt war, planten wir mal vorsichtig eine Aufwärmtour.

Ein Klassiker sollte es werden: Die Hintere Goinger Halt 2192m hatten wir uns ausgesucht. Wir frühstückten recht gemütlich und starteten anschließend Richtung Elmauer Tor. Auf schmalen Steigen durch Latschenkiefern, später den Beschilderungen zum Elmauer Tor folgend erreichen wir kurze Zeit später die riesige Scharte auf 2005m.

Vom Tor gehen wir, immer den roten Markierungspunkten folgend, in östlicher Richtung zunächst über ein steiles Wiesen-Geröllfeld und später in kurzer, leichter Kletterei (max. UIAA II-) zum Gipfel der Hinteren Goinger Halt, 2.192m. Hier hatten wir zwar wenig Aussicht, aber immer wieder reißen die großen Wolkenfetzen auf und wir konnten ein bisschen was sehen. Ist schon ein wenig Schade, denn so berühmte Gipfel wie Fleischbank, Christaturm, Totenkirchl oder Prediktstuhl wären von hier gut einsehbar. Ganz allein sitzen wir auf diesem geschichtsträchtigen Gipfel.

Nach einer Brotzeit überzeugte uns die Kälte, dass wir besser absteigen sollten. Auf dem Anstiegsweg gingen wir zurück zum Elmauer Tor. Hier ist es schon schön warm, die Wolken sind auf dem ersten Teil des Abstiegs weniger geworden und die Sonne gewann schön langsam an Stärke. Irgendwann auf dem Abstieg zur Hütte legten wir uns zwischen die Latschen und genossen die Sonne und die warmen Temperaturen.

Am späten Nachmittag kamen wir zurück zur Hütte und genossen kurze Zeit später die vorzügliche Küche. Am Abend wollten wir den nächsten Tourentag planen. Das Wetter sollte gut werden, das Hoch sollte sich durchsetzen, so konnten wir den höchste Kaisergipfel in Angriff nehmen. Die Elmauer Halt ist von Süden über einem Klettersteig, den „Gamsänger Steig“ erreichbar. Er ist der leichteste Anstieg und dementsprechend stark frequentiert. Dennoch hoffe ich, weil wir unter der Woche hier sind, auf wenig Verkehr.

Vor der Gaudeamus Hütte halten wir uns nach links Richtung Klamml und Gruttenhütte. Der Weg ist gut beschildert und stellte uns vor keine Probleme. Von der Gruttenhütte drehen wir nach Nordosten ein, und erreichen auf gut markiertem Weg ein großes Schuttkar unter der Elmauer Halt.

 Vom Einstieg steigen wir erst in leichter Kletterei (UIAA I) die sogenannten "Gamsängern", den ausgesetzten Schrofenbändern bis zur "Jägerwand-Treppe" mit ihren 74 Trittbügeln querend aufwärts. Dann folgt teilweise steiles Blockgelände (UIAA I und B) ehe wir auf der rechten Seite eine schräge Rampe, die mit B/C die Schlüsselstelle erreichen. Danach folgt wieder leichteres Gelände. Hier pausieren wir kurz, schauen uns die Berge um uns an. Kurz vor dem Gipfel treffen wir auf das Babenstuberhüttchen, einen kleine Biwakschachtel. Nach dem Hüttchen wieder über kurze Versicherungen zum höchsten Punkt. Hier am Gipfel treffen wir ein Pärchen, das von der Nördlichen Seite her aufgestiegen ist. Wir machen gegenseitig Fotos und quatschen ein bisschen. Nach der Gipfeljause machen wir uns wieder an den Abstieg, denn wir wollen auf der Gruttenhütte noch einen Kuchen erhaschen.

Gesagt getan, steigen wir den gleichen Weg wieder nach unten. Immer wieder bleiben wir stehen und schauen in die Bergflanken und steilen Kare des Wilden Kaisers. Im großen Schuttkar angekommen, werden wir langsamer und die Motivation ist nicht mehr die größte. Erst als wir die Gruttenhütte sehen, steigert die Aussicht auf Kuchen unser Gehtempo.

Der Kuchen schmeckte wunderbar und mit neuer Kraft stiegen wir die letzten Meter zur Gaudeamus Hütte ab. Hier wuschen wir uns kurz aus, denn das Abendessen wartete bereits auf uns. Wiedermal konnten wir die erstklassige Küche genießen. Bei einem gemütlichen Weißbier planten wir unseren morgigen, letzten Tag hier im Wilden Kaiser. Wir wollten nochmal zum Klamml aufsteigen und dort den schwierigen Klamml Klettersteig versuchen. Dieser Klettersteig mit Ihren etwa 250 Klettermetern ist in zwei Teile aufgeteilt. Er verläuft direkt oberhalb des Klamml Weges, der die Gaudeamus Hütte mit der Gruttenhütte verbindet. Der untere Teil ist mittelschwer (C), der obere, kürzere Teil ist D und ziemlich kraftig.

 

Nach dem Frühstück gehen wir von unserer Gaudeamus Hütte, analog dem gestrigen Anstieg zur Elmauer Halt kurz Richtung Elmauer Tor. Einem Wegweiser auf 1234m folgen wir zur Gruttenhütte. Bei einer ausgewaschenen Rinne, bei einer Leiter erreichen wir unter einer Felswand den Einstieg auf 1140m.

Über eine plattige Wand (kurz B/C, sonst B) queren wir leicht aufsteigend nach links, um an deren Ende steil hinauf zu einem Latschenbewachsenen Absatz zu gelangen. Danach erreichen wir eine Platte (B/C) auf der wir um eine Ecke nach links queren.

In leichterem Gelände erreichen wir eine Seilbrücke, wo auch der Ausstieg wäre, wenn man sich den zweiten Teil nicht zutraut. Über die Zweiseilbrücke (B/C) kommen wir zur Schlusswand. Hier müssen wir nochmal richtig zulangen. Steil hinauf (D) geht es zu einem Absatz und links weiter zur letzten Kante. Diese erklettern wir sehr steil (C und C/D), ehe wir den Ausstieg in einem Latschenfeld erreichen. Durch die Latschengasse kommen wir wieder auf dem Wanderweg zur Gruttenhütte. Auf dem Wanderweg gehen wir wieder zurück zum Einstieg beziehungsweise zur Gaudeamus Hütte. Wir packen unsere Sachen auf der Hütte und steigen die paar Höhenmeter zum Parkplatz ab.

 

Fazit: Es waren schöne Tage hier auf der Gaudeamus Hütte. Gewaltige, geschichtsträchtige Berge rings rum. Wir haben zwei Kaiser Klassiker gemacht. Tolles Essen und eine freundlicher Service auf der Hütte runden die Sache ab.

 

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