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Mutmalspitze und Saykogel

Saykogel 3335m und Mutmalspitze 3528m von der Martin Busch Hütte

Datum: 09. und 10.07.2016

Teilnehmer: Robert und Stefan

Gipfel:

Saykogel 3335m

Mutmalspitze 3528m

Schwierigkeiten:

Saykogel: Stelle max. UIAA I+ am Gipfelaufbau

Mutmalspitze: 40° UIAA II+

Wetter:

Am Samstag: bewölkt, etwas schwül aber stabiles Wetter,

Am Sonntag: sonniger Hochsommertag ohne Wolken mit abendlicher Gewitterneigung

Strecke: Vent 1900m - MTB Fahrt - Martin Busch Hütte 2501m - Saykogel 3335m -  Martin Busch Hütte 2501m - Marzelkamm - 2700m Gletscherzustieg - Mazellferner - W-Flanke - Kombinierter Süd-Ostgrat zum Gipfel - Mutmalspitze 3528m -  Kombinierter Süd-Ostgrat - W-Flanke - Mazellferner - 2700m Gletscher verlassen - Marzellkamm - Martin Busch Hütte 2501m – MTB Fahrt – Vent 1900m

 

Das Wetter in der Schweiz ist nicht sonderlich gut, deshalb wollten wir einen zu Unrecht links liegen gelassenen Berg angehen. Die Mutmalspitze! Wir kannten den Anstieg bereits von der Besteigung der Hinteren Schwärze Nordwand her, so freuten wir uns auf eine abwechslungsreiche Tour am morgigen Sonntag. Heute wollte wir aber noch auf einen Hüttenberg der Martin Busch Hütte, den Saykogel.

Mit dem MTB fuhren wir vom Parkplatz, Nähe des Wildspitzliftes, bei der kleinen Kirche links über eine Holzbrücke und aufwärts in das Dorf. Beim Hotel Vent rechts leicht abwärts zur Venter Ache und über die Brücke entlang der Stützen vom kleinen Schlepplift aufwärts. Bald darauf links haltend, entlang der Fahrstraße immer leicht ansteigend, nach Süden in das Niedertal. Mit der kompletten Hochtourenausrüstung ist das ganze schon richtig fordernd. Vorbei an einer neu erbauten Alm und an einer Kapelle und immer weiter Tal einwärts. Bald darauf wird die alte aus Steinen errichtete Schäferhütte passiert, wo dann der Weg etwas steiler wird und hoch über der Bachschlucht direkt zur Samoarhütte (Martin Busch Hütte 2501m) führt. Bis auf ein zwei Stellen kann man den Anstiegsweg zur Hütte problemlos mit dem MTB fahren.

 

 

 

Auf dem Gipfel des Saykogels

Robert will sich gerne eine Runde aufs Ohr legen, sodass Stefan und Ich noch vor dem Abendessen den Saykogel 3335m angehen wollen. Von der Hütte sollten wir für den Aufstieg mit ca. 850 Höhenmetern keine zwei Stunden benötigen.

Oberhalb der Martin Busch Hütte folgen wir wenige Meter den Bergweg nach Südwesten zur Similaunhütte. Nach wenigen Metern zweigt rechts der Bergweg zum Saykogel ab. Im leicht ansteigenden Gelände schräg entlang der Hänge unterhalb vom Sennkogel Richtung Westen zu den Felsbarrieren unterhalb vom Saykogel. Durch die leichte Bewölkung ist es momentan ein bisschen Schwül. Wir kommen recht ins Schwitzen. Einen Graben ausgehend steigen wir durch kurze Felsstufen hinaus auf den Ostrücken der direkt vom Gipfel herunterzieht. Nun immer in Richtung Westen entlang des Rückens aufwärts auf den Südgrat. Rechts am Grat entlang, den Abzweig zum Hochjochhospiz links liegen lassen und die letzten Meter etwas steil über Blockwerk und kurze Felsstufen (UIIA I+) auf den höchsten Punkt ohne Gipfelkreuz. Wir machen kurz eine Trinkpause und starten dann gleich den in den Rückweg, der uns auf dem Anstiegsweg zurück zur Hütte führt.

Auf der Hütte wurde bereits mit dem Essen angefangen. Robert wartete bereits auf uns. Als wir am Tisch waren kam auch schon das Essen. Wir immer ein Genuss auf der Martin Busch Hütte. Nach einem schönen Hüttenabend, wollten wir heute früh starten, um der tageszeitlichen Erwärmung mit Gewittergefahr ein bisschen aus dem Weg zu gehen.

Beim Aufstieg zur Mutmalspitze haben wir einen schönen Blick zur Hinteren Schwärze Nordwand

Es begann gerade zu Dämmern als wir kurz unsere Ausrüstung checkten. Hinter der Hütte steigen wir noch ein bisschen verträumt über den markierten Weg und über die Brücke den Niederjochbach querend zum Marzellkamm ansteigend, bis zu einem Schild auf ca. 2.890 m. Dort geht es aber ab heuer über den neu gestalteten Weg zum Marzellkamm, weit weg vom Steinschlag gefährdeten Osthang des Marzellkamms weiter Richtung Similaun. Der Weg führt über eine Flanke weglos und steil absteigend zum Marzellferner, den man auf ca. 2.680m betritt. Von hier haben wir 1,30h benötigt.

Jetzt ziehen wir unsere Steigeisen an und starten mit Gurt und Pickel ausgerüstet in südlicher Richtung hinauf bis unterhalb eines Eisbruches. Anschließend geht es nach links (südöstlich) ein wenig steiler weiter auf ein Plateau, wo der Gletscher wieder flacher wird. Dann weiter auf dem Gletscher Richtung Hinteres Schwärze Joch. Auf Höhe der H.Schwärze Nordwand drehen wir nach links Richtung W Flanke (40°) der Mutmalspitze. Diese Westflanke steigen wir auf, wobei wir schauen müssen, wo wir oben auf dem Grat aussteigen. Nach kurzer Absprache stiegen wir im Trittfirn stapfend am Süd-Ostgrat ziemlich in Gratmitte aus. Auf dem überwächteten Grat erwartete und uns kombinierte Kletterei, teilweise (UIIA I-II). Weiter dem Grat folgend Richtung höchster Stelle. Leider ohne Kreuz. Kurz vor dem Gipfel mussten wir noch eine sehr brüchige zweier Stelle meistern. (10m.) Aber dann hatten wir es geschafft. Am höchsten Punkt, aber auch schon auf dem ganzen Grat, haben wir eine grandiose Aussicht. Hier haben wir uns eine kleine Brotzeit verdient. Obligatorisch mit Cola und Riegel. Beim Abstieg folgen wir unsere Spuren am Grat, zur steilen Westflanke und am Gletscher.

Kurze Zeit später mit dem Gegenanstieg (300Hm) vom Gletscher zum Marzellkamm in den Füßen, genießen wir eine Radler auf der Hüttenterrasse. Die anschließende ziemlich coole MTB Abfahrt nach Vent zum Parkplatz genossen wir recht. 

Eine gewaltige Aussicht am Gipfel der Mutmalspitze

Fazit: Tolle Tour von einem tollen Stützpunkt. Die Tour ist abwechslungsreich. Es ist alles drin was man als Bergsteiger auf Hochtour braucht. Gletscher, Steilflanke, kombinierter aber nicht zu schwerer Grat und ein Gipfel mit sensationeller Aussicht. Was will man mehr. Eine meiner bisher schönsten Hochtouren in den Ostalpen.

 

 

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