· 

Königsspitze 3851m Ostwandrinne

Königsspitze über Ostwand

Teilnehmer: Robert, Michael und Helmut

Gipfel: 3851m Königsspitze Ostwandrinne

Schwierigkeiten: 45° -  ST III

 

Die Königsspitze. Traum für alle Liebhaber steiler Abfahrten. Für mich ist die Königsspitze eher der Formschönste Berg der Ostalpen. Darum war dieser Berg schon lange auf meiner Liste.

Es hat auch lange gedauert, bis ich auf Ihrem Gipfel stehen durfte. Zweimal innerhalb zwei Jahren bin ich mit Robert, Michael und Helmut nach Sulden 1870m gereist um ganz oben zu stehen. Beim zweiten Mal hat es dann endlich geklappt.

 

 

 

 

Selbst vom Parkplatz aus spitzte unser Ziel die Königsspitze rechts oben hervor

Diesmal fuhren wir mit dem VW Campingbus von Michael und Helmut zum Parkplatz der Seilbahn, wo wir kostenlos parken konnten. So konnten wir gemütlich im Bus schlafen und sind fit für den großen Tag.

Um 03:00Uhr klingelte der Wecker, kurz was essen, den noch warmen Tee von gestern getrunken und den Rucksack geschultert. Das Wetter soll bestens werden. Jetzt ist keine Wolke am Himmel. Pünktlich um 03:30Uhr stiegen wir in unsere Ski. Vom Parkplatz der Seilbahn steigen wir auf der linken Seite des Suldenbach auf. Der Weg führt unterhalb und parallel der Seilbahn entlang und benützt die Skiabfahrt. Ein toller flacher Start in den Tag, bei dem man ruhig auf Touren kommen kann. Nach ca. 1,5h und bei 700 Höhenmetern nicht den Weg weiter zur Schaubachhütte nehmen, sondern über eine kleine Brücke den Fluss queren und über kupiertes Gelände direkt zum Einstieg der markanten Rinne der Ostwand aufsteigen. Diesen Fehler haben wir beim ersten Mal gemacht und somit wichtige Zeit verloren. Die Rinne selbst ist am Fuß noch sehr breit und wir können mit den Tourenski noch einige Meter aufsteigen. Bei 2870m ist es dann für uns aber ergonomischer auf die Steigeisen zu wechseln. Die Tourenski kommen auf den Rucksack und schon geht’s los. Heute fühl ich mich gut, aber mein Skischuh macht Probleme.

steiles Gelände nahe der ersten Verengung

Vom Beginn der eigentlichen Rinne auf 2900m (bei der ersten Verengung) steilt sich diese zunehmend auf. Neigung nun meist zw. 40 bis 45 Grad. An der engsten Stelle, welche von der Schaubachhütte schon als solche zu erkennen ist, ist diese auf etwa 5m nur ca. 2,5m breit und bei uns vereist. Wir steigen mit den Frontalzacken ohne Sicherung kurz über diese Stelle.

Über dieser Engstelle kommt ein breiterer Hang. Dort machen wir zweier Teams. Michael geht mit mir und Robert mit Helmut in einem 50m Abstand. Am Ende des Hangs geht es nach links über die Schneekante in flacheres Gelände. Dort satteln wir wieder auf Ski um. Nun ansteigend nach links queren (etwa 35 Grad) zum Gipfelhang. (Diese Querung schaut in der Draufsicht von der Hütte steiler aus als sie ist). Von links mündet in den Gipfelhang der Normalweg von der Pizzini Hütte oder Casati Hütte ein. Am linken Rand (Aufstiegsrichtung) weiter über ein kurzes steileres Stück (45 Grad) bis der Hang flacher wird. Hier muss ich schon gut Beißen, mein Schuh drückt aber der Gipfel ist nicht mehr weit. Weiter geht es aufwärts bis kurz unter die Gipfelfelsen und dort machen wir ein Skidepot.

Am Skidepot

Nun je nach Verhältnissen mit Steigeisen direkt zum Gipfelkreuz hoch über eine kleine steile Rinne (ca.40Grad) zunächst auf den Grat rauf und an ihm in 50m nach links entlang zum Gipfelkreuz. Mittlerweile macht der Klimawandel auch nicht mehr vor hohen Ostalpengipfel halt. Das im ersten Weltkrieg gebaute Schutzhütterl ist mittlerweile schon fast aus der Nordwand ausgeapert. Am Gipfel liegen wir uns in den Armen. Freuen uns machen ein Bild ums Andere. Die Fernsicht und das Wetter strahlen mit uns…Windstill auf 3851m. Ein Tag an dem alles passt! Alles beißen und die Schmerzen vergessen.

Nach einer halben Stunde, machen wir uns wieder auf die Beine. Kurz absteigen zum Skidepot und dann in die Ski steigen und die Südflanke runterrauschen. Da es die Bedingungen heute zulassen, wollen wir über die Aufstiegsroute, die Ostwandrinne abfahren. Gesagt getan. Am unteren Ende der Südflanke biegen wir links in die Ostwandrinne ein. Die Abfahrt vom Gipfel bis ins Tal zum Parkplatz dauerte 01:20h.

In der Ostwandrinne

Fazit:

Eine Traumtour auf einen Traumberg bei dem alles gepasst hatte. Bedingungen, Lawinengefahr, Wetter, Tourenpartner…So was hat man selten und deshalb konnten wir das Ganze auch richtig einordnen. Bisher immer noch eine meiner ganz großen Touren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0