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Gipfel um das Karwendelhaus

Gipfel um das Karwendelhaus

Datum: 20.06.2017

Teilnehmer: Helmut

Gipfel: 20.06.2017

Westliche Ödkarspitze (2712m)

Mittlere Ödkarspitze (2745m)

Östliche Ödkarspitze (2738m)

Brikkarspitze 2749m

Wetter: sonnig heiß bei 30Grad, nachmittags waren Gewitter angesagt, blieb aber stabil ohne Niederschlag

Bedingungen: Im Schlauchkar noch reichlich Schnee, sonst Schneefrei und trocken

Strecke: Parkpl. Scharnitz P4 Johannesbrücke 964m - Hochalmsattel 1803m - Karwendelhaus 1765m - Brendelsteig - Westl. Ödkarspitze 2712m - Mittlere Ödkarspitze 2745m - Östl. Ödkarspitze 2738m - Birkkarspitze 2749m - Schlauchkar - Karwendelhaus 1765m - Hochalmsattel 1803m - Parkpl. Scharnitz P4 Johannesbrücke 964m

 

Helmut fragte mich, ob ich mal mit Ihm ins Karwendel fahren will. Da das Karwendel bis auf eine kleine Kletterei im Halltal, von mir noch ziemlich unerforscht ist, war ich gleich dabei. Wir fuhren mit seinem Campingbus nach Scharnitz um dort am Parkplatz P4 zu übernachten. Wir wollten wegen unserem Vorhaben ziemlich früh starten. Da auch für Nachmittag Gewitter angesagt waren, starteten wir bereits um kurz nach 5:00 Uhr mit unseren MTB.

Gleich hinter dem Wanderparkplatz überqueren wir mit dem MTB die junge Isar und biegen hinter der Brücke rechts ab. Die Straße zieht gleich steil an und wir gelangen zu einigen Häusern. Hier halten wir uns rechts und folgen der Straße bis sie wieder abschüssig wird. Dort zweigen wir nach links ab und sehen, dass die asphaltierte Straße nach wenigen Metern zur Forststraße. Dieser Forststraße folgen wir entlang des Karwendelbaches bis zum Karwendelhaus.

Wir waren schon gewaltig am Schnaufen, so ein Kaltstart ist nicht das unsere. Also ließen wir es die ersten Meter langsam angehen. Erst geht es ziemlich steil aufwärts, dann aber flacht der Weg allerdings wieder deutlich ab und man fährt relativ gemütlich das lange Tal bis zum Talschluß. Hier wartet dann doch noch eine lange, aber gleichmäßige Steigung bis man das Karwendelhaus erreicht. (ca.800Hm)

Hier machten wir erst mal Pause und deponierten unsere MTB zwischen unzähligen E-Bikes. Schon echt Wahnsinn, diese Entwicklung zur Faulheit. Um unsere herkömmlich angetriebenen Räder brauchten wir uns also auch ohne Schloss keine Sorgen machen.

Zwischen Nebengebäude (Winterraum) und Haupthaus zieht nun ein schmaler Pfad zwischen den Lawinenverbauungen steil nach oben. Nach dieser kurzen Passage wird es zunächst wieder flacher und wir wandern gemütlich in den unteren Teil des Schlauchkars hinein. Die ersten Wandermeter sind nach einer MTB Etappe nicht einfach und so kamen wir wieder recht ins Schnaufen.

An einer Kreuzung zweigen die Wege zum Hochalmkreuz (links) und zur Birkkarspitze (geradeaus) ab. Wir biegen nach rechts ab auf den Brendelsteig. Nach einer langen Querung von Schuttfeldern zieht der Steig dann steil bergan und ist mit einigen Drahtseilen versichert. Man gewinnt am Ödkar-Nordgrat stets an Höhe und ist zum Teil sehr ausgesetzt unterwegs. Wir sind heute aber gut drauf und so bringen wir diese versicherten Stellen recht schnell hinter uns. Auf dem Grat steigen wir aufwärts und längs der Kammhöhe südwärts, bis der Steig nach rechts unter den Felsen nach oben führt. Zuletzt gelangen wir über Schuttfelder und Schrofengelände zum Westgrat der Westlichen Ödkarspitze und über diesen zum Gipfel.

Anschließend steigen wir über schuttbedeckte Schrofen den SW- Hang hinunter und klettern über eine drei Meter  hohe Stufe in die Einschartung zwischen Westlicher und Mittlerer Ödkarpsitze. Von hier geht es unschwierig zum mittleren Gipfel.

Immer dem Grat folgend gelangen wir schließlich zum Gipfel der Östlichen Ödkarspitze und von diesem sehr steil bergab zur Scharte zwischen Östlichen Ödkarspitze und Birkkarspitze. Von der Wegfindung hat man eigentlich am Grat keine Schwierigkeiten. Man nimmt einfach immer den leichtesten Weg am Grat. Von der Scharte geht es im einfachen Gelände zum Gipfel der Birkkarspitze. Auf dem gleichen Weg steigen wir zurück in die Scharte, um gleich anschließend durch das Schlauchkar abzufahren.

So wäre der Plan gewesen. Aber wie so oft im Leben eines Bergsteigers kommt es anders... Das obere Schlauchkar war voller Schnee. Wir fuhren also im Schnee ab, bis diese Schneefelder auch weniger wurden und wir wie gewohnt im Schutt abfahren konnten. Alles in allem ein sehr knieschonender Abstieg zum Karwendelhaus.

Dort angekommen genossen wir unsere verdiente Radlermaß.

Anschließend schulterten wir unsere Rucksäcke und fuhren mit dem MTB die 22km zurück zum Parkplatz in Scharnitz.

 

Fazit: Ich kannte bisher die langen Touren des Karwendels nur vom Hörensagen. Aber jetzt kenne ich mich aus. Mit MTB Unterstützung eine tolle ausdauernde Tagestour. Wer seine Kondition testen will, hat mit dieser Tour definitiv ein lohnendes Ziel gefunden! Die lange Anfahrt durch das Karwendeltal und die anschließende Rundtour über die Ödkarspitzen (2783m) mit Besteigung der Birkkarspitze (2749m) verlangen einem schon ziemlich viel ab. Wer den langen Abstieg durch das Schlauchkar hinter sich gebracht hat, hat sich definitiv eine Maß im Karwendelhaus verdient. Danach lassen sich dann auch die 21km mit dem MTB nach Scharnitz leichter ertragen…Insgesamt kamen wir auf 2100hm bei 11km Bergsteigen und 42Km MTB.

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