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Hoher Angelus 3521m

Hoher Angelus von der Düsseldorfer Hütte

Datum: 14.07.2019

Teilnehmer: Robert, Claudia, Helmut, Hans, Stefan

Gipfel:

Hoher Angelus 3521m über NW Grat (Reinstadlerweg) und obere Nordflanke

Schwierigkeit: II- / 45°Grad

Wetter: Toller Sommertag, Nachmittag starke Bewölkung und gegen Abend Schauer

Bedingungen: Schwierige Verhältnisse, Glaseis und Schnee auf dem NW Grat, Obere Nordflanke guter Trittfirn, Obere Nordflanke spaltenfrei

Strecke: Parkplatz Düsseldorfer Hütte 1900m - Düsseldorfer Hütte 2721m - NW Grat Hoher Angelus - Obere Nordflanke - Hoher Angelus 3521m - Obere Nordflanke - NW Grat Hoher Angelus - Düsseldorfer Hütte 2721m - Parkplatz Düsseldorfer Hütte 1900m

 

 

 

Die Gipfel Firnflanke des Hohen Angelus

Die Touren rund um die Düsseldorfer Hütte sind echt empfehlenswert. Leichte aber auch anspruchsvollere Touren sind dort möglich. Leider konnten wir nur die Tour zum Hohen Angelus machen, denn die Berge dort sind hoch und die Hütte ist sehr gut. Wir sind am Samstag nach Sulden am Ortler gefahren. Am Parkplatz der Düsseldorfer Hütte, beim Haus Alpenfriede parkten wir unser Auto.

Vom Parkplatz stiegen wir an einem Bach entlang, sehr idyllisch über den Weg 5 kurz steil im Wald bergauf um bei der Abzweigung zur Kälberalm rechts in die Schlucht zurückqueren. Links der Kaskaden des Zaytalbaches steigen wir steil bis zu einer Brücke, hinter der sich das Tal zu einer Almmulde weitet. Nach einer weiteren Steilstufe erreichen wir den flachen Talboden unter der Düsseldorfer Hütte. Nach Überbrückung des Zaytalbaches wandern wir auf einem Rücken bis unter die steilen Osthänge des Hinteren Schönecks und queren diese bis in die Steilstufe unter der Düsseldorfer Hütte hinüber. Oberhalb des kleinen Hüttenkraftwerks queren wir den Steilhang weit nach Osten hinaus und wandern nach der Kehre leicht ansteigend zur Abflachung des Steilhanges hinauf. Unter der Materialseilbahn geht es noch kurz gestuft zur Düsseldorfer Hütte. Dort genehmigten wir uns erst einmal eine Erfrischung. Robert wollte sich den Weg für morgen früh anschauen, drum stieg er noch ein wenig weiter. Wir anderen blieben auf der Hütte und genossen die Hüttenschmankerl.

Hoher Angelus links und Vertainspitze rechts

Am nächsten Tag stiegen wir am Weg Nr.5 zum kleinen See hinab und durchqueren das flache Becken entlang des Zaytalbaches. Bei einer beschilderten Wegverzweigung gehen wir rechts am Weg Nr.2 im Tal weiter. Ein steiler Blockhang wird weglos entlang der Markierungen bis zu einer Abflachung unter dem steilen Westgrat überwunden. Der Reinstadlerweg 2A beginnt. Dort sehen wir immer wieder Schneefelder die uns den Weiterweg erschweren. Auf einem Moränenrücken nähern wir uns dem Gratfuß. Gelbe Markierungen weisen in den groben Blockgrat. Zu Beginn quert man am Gratfuß leicht fallend nach rechts. Dann klettern wir am beginnenden Stahlseil steil in erdigen Rinnen und Rissen hoch. Wir verfolgen das Stahlseil über wenige Felsstufen und eine steile Verschneidung, bald enden aber die Sicherungen. Ab hier ist auch der Fels immer wieder mit glasigem Eis überzogen. Wir folgen den gelben Markierungen durch den groben Blockgrat in leichter Kletterei bis UIAA I+, kurze sandige Pfade sind dazwischen gestreut. Zwei etwas exponiertere und knifflige Kletterstellen erreichen knapp UIAA II°. Bald flacht der Grat ab. Über lose Platten und kleinere Blöcke erreichen wir einen Gratrücken (großer Steinmann), an den der linke Gletscherarm flach heranreicht. Bei guten Schneebedingung, wie bei unserer Besteigung, montiert man bei der Abflachung die Steigeisen an und steigt den relativ steilen Gletscher beinahe beliebig bis zur Scharte zwischen Vor- und Hauptgipfel an. Der Gipfelkreuzfels wird etwas exponiert über einen Spalt links umgangen und recht einfach von der Nordseite erklettert.

Nach den obligatorischen Fotos und einer ausgiebigen Gipfelrast stiegen wir den Anstiegsweg wieder zurück zu Hütte und anschließend ins Tal.

Die Suldener Gipfelprominenz - Königsspitze, Monte Zebru, Ortler - Eine fantastische Aussicht von der Hütte.

Fazit: Sehr schöne, aber nicht ganz einfache Bergtour. Der Weg von der Düsseldorfer Hütte über die Angelusscharte ist nicht zu empfehlen. Der heutige Normalweg ist der Aufstieg über die Reinstadlerroute. Teilweise recht luftige Kletterei durch eine sehr steile Felswand (UIAA I+ / -II). Der Gipfelgrat (NW-Grat) apert heutzutage meist aus und ist dann auf Fels zu begehen.

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