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Kaiser Franz Josef Klettersteig + Rossloch-Höhlen Klettersteig

Schwierige Klettersteige am Hochblaser

Datum: 20.10.2012

Teilnehmer: Markus, Peter, Brigitte, Peppi

Gipfel:

Hochblaser 1771m

Wetter: schöner Tourentag, bestes Wetter, morgens recht kalt

Schwierigkeiten:

Kaiser Franz Josef Klettersteig D, oft C/D

Rossloch Höhlen Klettersteig D / D/E

Bedingungen: trockener Fels

Strecke: Eisenerz – Parkplatz beim Seestüberl -  Einstieg Kaiser Franz Josef Klettersteig – Ausstieg Kaiser Franz Josef Klettersteig – Wanderweg Nr. 822 – Einstieg Rossloch Höhlen Klettersteig – Ausstieg Rossloch Höhlen Klettersteig – Wanderweg Nr.822 – Hochblaser Gipfel 1771m – Wanderweg Nr. 820 – Parkplatz beim Seestüberl – Eisenerz

Ausrüstung: Komplette Klettersteigausrüstung und Helm.

 

Die Zeit zwischen Sommer und Wintersaison ist immer recht lang, so wollen Markus und ich mit ein paar Freunden den schönen Tag nutzen und in einem uns eigentlich unbekannten Gebiet einen Klettersteig gehen. An der Seemauer in den Eisenerzer Bergen wartet einer der schwierigsten Klettersteige der Ostalpen. Diese Kombination aus Kaiser Franz Josef Klettersteig und Rosshöhlen Klettersteig ist was für Profis. Es ist ein großartiger und langer Sportklettersteig durch die Seemauer am malerischen Leopoldsteiner See.

Ein Highlight ist der nahe am Ausstieg des Kaiser Franz Josef Klettersteigs gelegene Rosslochhöhlen-Klettersteig, der durch eine 70 m tiefe Höhle führt. Zusammen ergeben die beiden Steige ein Klettersteigerlebnis, das in den Ostalpen seines Gleichen sucht!

Vom Parkplatz gehen wir mit unseren Rucksäcken links am Seestüberl vorbei. Nach einer Brücke folgen wir den nach links führenden Weg Richtung Hochblaser. Kurze Zeit später, bei einer Weggabelung gehen wir Richtung Einstieg weiter. Von weitem hören wir schon wilde Schipftiraden. Anscheinend ist da ein Mädel ziemlich unzufrieden. Als wir am Einstieg angekommen, stehen schon einige Leute am Einstieg und warten, dass sie einsteigen können. Etwa zwanzig Meter über uns schimpft ein Pärchen wild. Der weibliche Part ist völlig mit dem Klettersteig überfordert und schimpft wild auf Ihrem Partner ein. Erst machen wir noch Witze am Einstieg „Wenn sie noch so schreien kann, dann hat sie bestimmt noch Kraft zum Weiterklettern“ aber schon kurze Zeit später nachdem sich Ihre Stimme zu überschlagen beginnt, starten wir mit einer kurzen Rettungsaktion. Wir klettern kurzerhand zu Ihr rauf und seilen das Mädel ab. Ohne Danke verlässt sie wüst schimpfend den Einstieg Richtung Parkplatz. Wir wissen nicht, ob die Beziehung der beiden nach dieser Aktion noch zukunftsfähig ist. Aber endlich ist der Weg frei und wir können einsteigen.

Gleich am Beginn in der Einstiegswand warten mit zwei D Überhängen die schwersten Kletterstellen. Nach einem kleinen Rastplatz, den wir auslassen erreichen wir 200 Meter weiter einen großen Pfeiler. Als wir wieder im Stahlseil sind geht es erst auf Schrofen, dann plattig weiter und über eine Spreitzschritt erreichen wir das Schwalbennest, eine schwierige C/D Stelle. Danach geht es über eine Rinne und einen tollen, plattigen Pfeiler zu einem weiteren Rastplatz, dem Adlerhorst. Von dort folgt der obere ausgesetzte Teil, wo wir zwei C/D Stellen meistern müssen. Über zwei kurze Pfeiler (C/D) erreichen wir das Wandbuch.

Von hier müssen wir wieder auf einem Wanderweg über steile Schrofen etwa 200 Höhenmeter aufsteigen bevor wir den letzten Abschnitt des Klettersteigs erreichen. Über zwei Pfeiler (B/C) und (C und C/D)) klettern wir zur Doppelseilbrücke am Ausstieg. Hier müssen wir erst mal ein wenig rasten. Aber wir finden das mit dieser Aussicht nicht schlimm.

Nachdem wir wieder Kräfte gesammelt haben, gehen wir auf dem Wanderweg Nr. 822 Richtung Hochblaser Gipfel. Kurze Zeit später, bei 1570m zweigt der Weg zum Rossloch Höhlenklettersteg ab. Den wollen wir heute auch noch mitnehmen.  

Vom Rucksackplatz gehen wir bis kurz vor dem Höhlenausgang und machen unsere Ausrüstung wieder scharf. Wir wenden uns nach rechts und steigen in einer Abwärts-Verschneidung (C zuletzt D) zum Höhleneingang ab.

In der Höhle geht es gleich voll zur Sache. Über eine steile D Stelle gelangen wir zur Seilbrücke und über diese (B) zur anderen Höhlenseite. Dort führt uns das Seil eng und stark überhängend hinauf in einen Überhang und weiter nur kurz leichter in einen letzten Überhang. Danach folgen wir dem Stahlseil noch über eine schöne Wand bis wir den Ausstieg im Tageslicht wieder erreichen. Vom Ausstieg wandern wir vorbei am Rucksackplatz Richtung Wanderweg. Ich muss schon zugeben, dass ich ziemlich groggy bin und meine Arme dick sind. Aber den Gipfel wollen wir uns nicht entgehen lassen und so steigen wir noch die letzten Meter (etwa 35 Minuten) zum Gipfel auf. Vom Gipfel steigen wir östlich auf dem markiertem Weg Nr. 820 hinunter zur Hasenwilzinghütte auf 1346m und weiter durch den sog. Geißstall hinunter in die Seeau und entlang des Sees zurück zum Parkplatz. Dort lassen wir den erfolgreichen Tag mit einem Weißbier im Seestüberl ausklingen.

 

 

Fazit: Einer der schwierigsten Klettersteig die ich in den Ostalpen gemacht habe. Schön finde ich, dass die Schlüsselstelle vom Kaiser Franz Josef Klettersteig gleich am Anfang ist. So purzeln die schwachen Anwärter gleich raus und produzieren keine Bergrettungseinsätze. Eindrucksvoll ist der Höhlen Klettersteig. Insgesamt den wunderbaren Oktobertag bestens ausgenutzt.

 

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