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Geierköpfe Überschreitung - Ammergauer Alpen

Geierköpfe Überschreitung

Tourengebiet: Ammergauer Alpen

Datum: 10.11.2020

Teilnehmer: Peter

Gipfel:

Östlicher Geierkopf 2060m

Hauptgipfel Geierkopf 2161m

Westlicher Geierkopf 2143m

Schwierigkeiten: Stellen UIAA I+/II- 1550Hm – 15,5km

Wetter: leichte Inversions-Wetterlage, Am Parkplatz -3Grad – Am Grat fast windstill und angenehme Temperaturen, fast wolkenloser Himmel

Bedingungen: schneefrei, meist trockener Fels

Strecke: Parkplatz an der Ammerwald-Straße 47°30'30.5"N 10°50'25.6"E – Teufelstal – Zwerchenbergalm 1577m – Kreuzjöchl 1905m – Geierkopf Ostgipfel 2060m – Geierkopf Hauptgipfel 2161m – Geierkopf Westgipfel 2143m – Kreuzjöchl 1905m – Teufelstal – Parkplatz

 

Ähnlich wie bei der Arnspitzen-Überschreitung finden wir in der Bergwelt um Garmisch-Partenkirchen noch ein weiteres eher einsames Grat Schmankerl. Die Geierköpfe Überschreitung ist eine alpine Gratkletterei, die zwar um einiges leichter ist als die Arnspitzen-Überschreitung, aber von der Aussicht her ebenso gewaltige Aussichten verspricht. Ziemlich spontan konnte ich mir heute diesen Tourenwunsch mit Peter erfüllen.

Vom Parkplatz an der Ammerwald Straße steigen wir steile Serpentinen einen lichten Bergwald hinauf. Durch den gut angelegten Steig machen wir schnell Höhenmeter. Der abwechslungsreiche und kurzweilige Steig führt uns über einige Wasserläufe und im stetigen Auf und Ab über umgefallene Bäume, steile Grashänge entlang Richtung Osten. An der Zwerchenbergalm angekommen, machen wir eine kurze Pause und genießen die warmen Sonnenstrahlen auf einer Holzbank vor der Almhütte. Nach den kühlen Temperaturen am Parkplatz eine Wohltat. Kurze Zeit später starten wir wieder Richtung Kreuzjöchl. Erst durch lichten Nadelwald, dann später durch dichte Latschen steigen wir aufwärts. Beim Schilderbaum am Kreuzjöchl können wir das erste Mal den gesamten Gratverlauf einsehen. Schon gewaltig diese Ausmaße. Auch das markante U, wo die „schwierigsten“ Kletterstellen auf uns warten, können wir gut sehen. Als erstes aber steigen wir mit ein paar Höhenmeter Verlust in die Südhänge der Geierköpfe ein. Wir wollen so zu sagen den Grat von hinten her angehen und queren deshalb unterhalb des Bergkamms nach Osten.

Über einen gut angelegten Steig gehen wir durch das Reich der Gämsen. Unzählige können wir beim Grasen und Toben beobachten. Der Steig gewinnt nur langsam an Höhe und führt uns erst über steile Almwiesen, später dann durch große Latschenzonen. Erst unterhalb des Geierkopf Ostgipfel führt eine weglose und unmarkierte Schneise durch die Latschen Richtung Gipfel empor. Über steile Matten und dichte Latschen finden wir mühsam den Weg nach oben. Über die mit Matten bewachsene Süd-Ostflanke erreichen wir den ersten Gipfel. Ein kleiner Steinmann markiert den höchsten Punkt.

Nur kurz halten wir uns am dort auf. Denn wir haben noch einiges vor. Von Gipfel haben wir den Großteil des weiteren Gratverlauf im Blick. Der erste Teil bis zum Hauptgipfel ist leicht. Jedoch erwarten uns kurz vor dem Hauptgipfel die Hauptschwierigkeiten. Bei der ersten Schlüsselstelle angekommen, klettern wir eine steile Rinne (UIAA II) auf einen schmalen Absatz hinunter um auf der anderen Seite in leichter Kletterei (UIAA I+) den nächsten Gratbuckel zu erreichen. Auf dem Gratbuckel angekommen, stehen wir vor einem markanten Felsaufschwung. Diesen umgehen wir südlich in der Flanke über Bänder und brüchige Stellen, um kurz danach wieder den Grat zum Hauptgipfel zu gewinnen. Am Grat dann noch kurze (UIAA I) Stellen, ehe wir auf dem höchsten Punkt der Überschreitung stehen. Nur ein mit Steinen gesicherter Holzpfahl markiert den Gipfel. Hier pausieren wir ein wenig und genießen die Stille. Kein Geräusch und keinen Wind können wir vernehmen.

Da der Weiterweg vom Hauptgipfel zum Westgipfel weit weniger anspruchsvoll ist lassen wir unsere Blicke in die weite Schweifen und genießen die Stimmung.

Über die Westseite des Hauptgipfel verlassen wir den höchsten Punkt Richtung Westgipfel. Über steile Schrofen und loses Gestein folgen wir den Trittspuren meist auf der Gratschneide auf den schon sichtbaren Gipfel mit Kreuz.  Nachdem wir den Westgipfel erreicht hatten, steigen wir über steile, teilweise ausgesetzte Felsstellen zurück zum Kreuzjöchl hinunter. Von dort steigen wir auf dem uns bekannten Weg zurück zur Zwerchenbergalm und final zum Parkplatz.

 

Fazit: Die Überschreitung ist eine schöne Grattour mit einer wunderbaren Aussicht, garniert mit einigen schönen, aber nicht zu fordernden Kletterstellen. Von der Zugspitze über die Mieminger Berge und den sonstigen Hausbergen rund um Garmisch-Partenkirchen kann man eine gewaltige Aussicht genießen.

Da es aber keinerlei Versicherungen auf dem Grat gibt, sollten die angegebenen Schwierigkeiten doch beherrscht werden. Definitiv keine Gratwanderung! Nur im Bereich des markanten Felsaufschwung im „U“ ist eine Umgehung möglich. Wir benötigten von Auto zum Auto 06:20h, wobei wir uns schon die Zeit für einige Pausen gönnten. Alles in Allem eine schöne Länge für eine Herbsttour.

 

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