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Bergtour Daniel 2340m Upsspitze 2332m

Daniel und Upsspitze – Ammergauer Alpen

Datum: 12.09.2021

Teilnehmer: Robert

Gipfel:

Daniel 2340m

Upsspitze 2332m

Wetter:  wolkenloser Herbsttag ab Mittag aufquellenden Wolken und Gefahr für Niederschlag mit Gewitterneigung. Inversionswetterlage

Schwierigkeiten: Am Grat mehrmals UIAA I, 1400hm

Bedingungen: Trockener Fels am Grat, im Wald nasser oft rutschiger Fels

 

Strecke: Parkplatz Lermoos beim Panorama Bad 1000m – Tuftalm 1496m – Upsspitze 2332m – Verbindungsgrat - Daniel (2340m) – Tuftalm 1496m – Parkplatz Lermoos beim Panorama Bad 1000m

Ausrüstung: Trailrunning Ausrüstung

Steil geht es zur Tuftalm hinauf.

Ich liebe den Herbst in den Bergen. Zwar gehen meist die ganz großen Berge schneebedingt nicht mehr, aber die Kombination aus Touren, die man im Sommer immer wieder auf den Herbst schiebt, den bunten Farben, das fotofreundliche Licht und der Stimmung bei Inversionswetterlage reizt mich. Mich fasziniert es, wenn im Tal der Nebel liegen bleibt, am Berg oben dafür T-Shirt Wetter herrscht.

Heute war so ein Wetter angesagt. Zwar nur bis Mittag, weil sich dann von Westen eine kleine Front nähert, aber wir wollen den halben Tag in den Ammergauer Alpen nutzen.

 

Von Lermoos aus wollen wir laufend auf Daniel und Upsspitze, auf den höchsten Gipfeln der Gebirgsgruppe stehen. Von oben sollen wir laut diversen Online Beschreibungen eine gewaltige Aussicht auf Zugspitze, Ehrwalder Sonnenspitze haben. Diese Aussicht wollen wir heute, eben das Besten aus dem halben Tag rausholen.

Auf dem Almgelände der Tuftalm, Im Hintergrund Upsspitze links und Daniel rechts.

Vom Parkplatz des Lermooser Panoramabads aus geht es von Beginn an steil einem kleinen Pfad neben dem Bad entlang aufwärts. An einem Wegweiser kann man sich entscheiden, ob man auf der Forststraße oder auf einem kleinen Steiglein zur Tuftalm, unseren nächsten Zwischenziel, aufsteigen will. Wir entscheiden uns für den Steig und müssen erkennen, dass es heute bedingt durch die Steilheit nicht viel zu laufen für uns gibt. Im schnellen Gehtempo gewinnen wir rasch an Höhe, überqueren ein paar Mal die Forststraße und erreichen kurze Zeit später das Almgelände der Tuftalm. Bevor wir allerdings zur Tuftalm rüberlaufen, wollen wir uns noch die Aussichtsplattform anschauen, die uns einen ungestörten Blick auf die Zugspitze und die Mieminger Berge erlaubt. Herrlich, diese Aussicht, ob es allerdings dazu dieses komische Bauwerk braucht, das weiß ich nicht.

Auf der Aussichtsplattform bei der Tuftalm. Meiner Meinung völlig sinnfrei, denn 10 Meter hinter der Plattform hat man die gleiche Aussicht.

Wir wenden uns wieder unserem Zwischenziel zu und marschieren durch den Biergarten der Tuftalm, wo der Hüttenwirt gerade seinen Giggerlgrill starkklar macht. Wir lassen Giggerl und Alm hinter uns und visieren die schon gut erkennbaren Berge im Hintergrund an.

 

Über flacheres Almgelände kommen wir zum Beginn des Bergwaldes. Erst durch lose Fichten am Ende des Almgeländes, dann über einen guten, aber steinigen Weg durch immer dichter werdenden Wald. Erst kurz vor der Baumgrenze werden die Fichten weniger und die Herrschaft der Latschenkiefern beginnt. Wir bleiben immer wieder stehen und drehen uns um. Wir spüren, das wir mit der Tour de richtige Wahl getroffen haben. Mittlerweile hat die Sonne schon genügend Kraft, und wir fangen auf dem steilen Weg richtig zu schwitzen an. Zwischen Meterhohen Latschen schlängelt sich der Steig steil auf einem Rücken, der von den Upsspitze herunterzieht, hinauf. 

Die Zugspitze in einer gewaltigen Wolken-Sonnenstimmung.

Es wir steiniger und als wir den Schotter in einem kleinen Becken direkt unter den Upsspitze erreichen, haben wir nicht mehr weit bis zum Ausstieg am Grat zwischen Daniel und den Upsspitze. Hier müssen wir das erste Mal die Hände benutzen. Im unteren ersten Grad nach UIAA wenden wir uns am Grat nach links, also Südwesten und steigen eine griffige kleine Platte querend, die letzten Meter zum kleinen Steinmann am Gipfel der Upsspitze auf.

 

Herrlich diese Aussicht. Die kühlende Brise lässt uns aber doch nach kurzer Zeit frösteln, so entscheiden wir uns den Weg fortzusetzen. Über den gleichen Weg laufen wir zurück zu dem Punkt, wo wir auf den Grat heraufgekommen sind und laufen den teilweise recht schmalen aber nie wirklich ausgesetzten Grat hinauf zum Daniel. Einige sehr leichte Kletterstellen, die den ersten Grat nicht überschreiten, überwinden wir in der Südflanke und stehen kurze Zeit später auf dem höchsten Ammergauer. 

Steil geht es im Schotter direkt unter der Umpsspitze hinauf.

Die versprochene Aussicht können wir ohne Einschränkung genießen. Gewaltig! Die österreichische Seite des massakrierten Berges, der Zugspitze, die Mieminger Kette mit der steilen Ehrwalder Sonnenspitze und die Tiefblicke in das Ehrwalder Becken sind schon grandios. Ich ziehe meine Hardshell an und genieße diese 360 Grad Aussicht. Nach ein paar Fotos und einem Riegel machen wir uns auf dem Weg zurück Richtung Tuftalm. Auf dem Anstiegsweg verlieren wir, bedingt durch die Steilheit des Geländes, relativ schnell an Höhe. Der Steig ist anspruchsvoll zu laufen aber kurze Zeit später, gefühlt nur Minuten später, stehen wir mitten im Almgelände der Tuftalm. Hier genehmigen wir uns ein trockenes Shirt, ein Weißbier und einen sehr guten Kirschkuchen auf der Almterrasse. Das Leben ist schon schön, Weißbier, Kuchen, Sonne und dann diese Aussicht, Gewaltig!

Upsspitze und Daniel

Irgendwann können wir uns dann doch losreißen und folgen der Beschilderung Richtung Lermoos zurück zu unserem Parkplatz am Panoramabad. Pünktlich um 12 Uhr steigen wir nach netto 3:15h die letzten Meter hinunter zum Auto. Ein perfektes Timing, denn schon beim Wegfahren verdunkelt sich der Himmel zusehends. Alle Gipfel waren in den Wolken und die vorausgesagt Front kam pünktlich. Alles richtig gemacht.

Der Gipfel des Daniel links, im Hintergrund Zugspitze.

Fazit: Diese Tour ist eine schöne, nicht allzu schwere Wanderung. Eine gewaltige Aussicht inklusive. Bis auf ein paar sanfte Kletterstellen auf dem Grat UIAA I, die nicht ausgesetzt in der Südflanke verlaufen, gibt es keinerlei Schwierigkeiten. Die steilen, steinigen Wege sind aber im Wald oftmals rutschig und mit Vorsicht zu genießen. Für Wanderungen sind gesamthaft sechs Stunden für Auf- und Abstieg zu veranschlagen. Ein Stopp an der Tuftalm im Auf- und/oder Abstieg ist sehr zu empfehlen. Neben den gängigen Almschmankerln grillt der Hüttenwirt immer mal wieder Giggerl. Die Aussicht von der Terrasse ist sensationell.

 

Obwohl wir heute wegen der durchgehenden steilen Wege bergauf nicht viel laufen konnten, waren wir doch relativ schnell unterwegs. Für mich war die heutige Tour ein Start in einen hoffentlich schönen Tourenherbst. Danke an Sepp für den Tourentipp und an Robert fürs mitkommen. 

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