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Pidinger Klettersteig light

Pidinger Klettersteig light auf den Hochstaufen

Datum: 02.10.2021

Teilnehmer: Peter             

Gipfel:

Hochstaufen 1771m

Wetter:  tolles Herbstwetter

Schwierigkeiten: D – 1300hm

Bedingungen: trockener Fels

Strecke: Parkplatz Urwies bei Piding – Einstieg Klettersteig 1020m – Pidinger Klettersteig – Notausstieg Nr.1 - Notausstieg Nr.2 - Pidinger Klettersteig  - Hochstaufen 1771m – Abstieg über Normalweg – Steiner Alm – Parkplatz Urwies bei Piding

 

Ausrüstung: Klettersteigausrüstung und Helm

Ein toller Tag kündigt sich an. Beim Aufstieg kurz unterhalb des Einstiegs.

Unzählige Male war ich mittlerweile schon auf dem Hochstaufen. Egal ob von Osten, über die Steinernen Jäger oder von der Padinger Alm auf der Südseite. Auch die Überschreitung des ganzen Hochstaufen Höhenzugs war für mich eine wunderbare Tour, die mir immer noch im Gedächtnis ist, als wenn sie erst gestern gewesen wäre.

 

Den Pidinger Klettersteig auf der Nordseite habe ich mittlerweile schon vier Mal gemacht. Das liegt an zwei Tatsachen. Zum einen ist Piding für mich gut zu erreichen, wenn ich mich beeile ist der Klettersteig quasi eine wunderbare Halbtagestour und zum anderen ist sie ein guter Fitnessindikator. Ausgesetztes Klettergelände, wo man dank der Stahlseilversicherung auch mal an die Pulsgrenzen gehen kann. Die letzte Begehung liegt aber schon sieben Jahre zurück und so freute ich mich besonders als Peter diesen spontanen Vorschlag machte.

In der Schotterrinne unterhalb des Einstiegs.

Da ich abends mit meiner Familie zu einer kleinen Party bei Bekannten eingeladen bin, fuhren wir schon sehr früh nach Urwies bei Piding. Dort parkten auf den schon gut gefüllten Parkplatz und gingen mit leichtem Gepäck den gut markierten, steilen Wegen folgend Richtung Einstieg.

In den ersten Klettermetern am Seil. unten die Steile Schotterrinne.

Am Bergblumengarten vorbei, kamen wir kurze Zeit später an einem Wegweiser, wo der breite Wanderweg zum Einstieg des Pidinger Klettersteigs nach links abzweigt. Erst noch auf breitem Weg, später dann im Schotter und Schutt einer Schuttreise ging es steil nach oben. Nur noch ein paar Höhenmeter trennten uns vom Einstieg, wo sich ein paar Meter drüber schon ein paar Jungs hinaufhangelten.

Am oberen Ende der Großen Schuttrinne, wo das Stahlseil kurz unterbrochen ist.

Wir machten uns schnell fertig, setzen den Helm auf und zogen den Gurt an und schon gings es die ersten „D“ Stellen am Einstiegswandl hinauf. Puh, ganz schon kraftig. Die fehlende Übung, denn mein letzter Klettersteig, der Seeben Klettersteig bei Ehrwald ist schon über zwei Jahre zurück, machte mir schon ein wenig zu schaffen. Aber ich konnte mich, im Gegensatz zu Peter recht schnell auf das steile Klettergelände einstellen. Peter hingegen war richtig langsam, ganz ungewohnt, ich wartete nach jeder Steilstufe auf Ihm. 

In der ersten Querung zum nächsten Klettersteigabschnitt bzw. zum Notausstieg ist bestens markiert.

Am oberen Ende der Großen Schuttrinne, nach dem ersten Teil des Klettersteigs machte ich Peter den Vorschlag, auf dem nächsten steilen Pfeiler zu verzichten. Wir könnten auf dem ersten Notausstiegsweg nach rechts hinaus queren um anschließend, über den zweiten Notausstieg wieder in den Klettersteig hineinzuqueren. Somit hätten wir den großen, mit einigen „D“ Stellen gespickten Pfeiler umgangen und konnten trotz unserer Unsicherheit noch den Klettersteig am Gipfel beenden. 

Der Notausstieg ist ein wilder aber gut markierter Steig.

Gesagt getan, Peter stimmte zu und wir gingen anschließend den perfekt markierten Notausstieg nach rechts oben. Beim zweiten Notausstieg querten wir wieder in den Steig hinein. Dort ging die Sache leichter. Wir wurden schneller und schneller. Peter gewann, je weiter wir nach oben kamen immer mehr Sicherheit.

 

Und so fragten wir uns in den steilen darauffolgenden Höhenmetern des Öfteren, ob es nicht doch besser gewesen wäre, den zweiten Teil doch zu klettern. Es lief richtig rund. Peter hat seine gewohnte Sicherheit wieder und wir rauschten am Stahlseil entlang. 

Wieder am Stahlseil am zweiten steilen Pfeiler.

In der großen Querung hinüber zum Schuttkessel überholen wir sogar wieder andere Kletterer und kurze Zeit später stehen wir bei der Brotzeitbank, direkt unter der großen, steilen Gipfelwand.

 

Ohne Pause steigen wir ein und gewinnen rasant an Höhe. Über Krampen und Bügel kämpften wir uns nach oben. Ein kleiner Kamin, mit „D“ bewertet, kurz unter dem Ausstieg, machte mir ein paar Schwierigkeiten. Hier stellte ich mich richtig dumm an und verlor dadurch unnötig Kraft. Aber bereits ein paar Minuten später stand ich am Ausstieg und wartete auf Peter der ein paar Sekunden nach mir auftauchte. 

Die kleine Rastbank im großen Schuttkessel direkt unterhalb der sehr steilen Gipfelwand.

Wir klatschten uns ab und waren froh, dass wir uns durchgekämpft hatten. Die restlichen Höhenmeter durch die Latschengassen auf den Gipfel mit dem großen Kreuz waren nur noch Formsache. Eine kleine Brotzeit und eine Cola ließen wir uns schmecken.

 

 

Anschließend packten wir uns unsere Rucksäcke und gingen den Normalweg Richtung Steiner Alm hinunter. Über einen steilen, unangenehm zu gehendem Steig verloren wir aber rasch an Höhe und schon bald drauf hatten wir die letzten Seilversicherungen hinter uns. Über einen kleinen Trail laufen wir die letzten Höhenmeter zu unserer Radlermaß. Auf der Steiner Alm ließen wir uns von der Sennerin Kathi ein kühlendes Erfrischungsgetränk einschenken. Die schmeckte nach getaner Arbeit richtig gut. Den noch fälligen finalen Talweg konnten wir auf breiter Forststraße teils laufend, teils gehend hinter uns bringen.

Der oben teilweise versicherte Normalweg hinab zur Steiner Alm.

Fazit: Es war wieder ein wunderbarer Tag in den Bergen. Der Pidinger Klettersteig ist schon ein anspruchsvoller Klettersteig bei dem man seine ganzen Sinne beisammenhaben muss. Man sollte wissen auf was man sich einlässt. Außerdem sollte man vom Kopf auf die Ausgesetztheit vorbereitet sein. Das war heute leider bei Peter nicht ganz so der Fall. Er fühlte sich kraftlos und unsicher beim Klettern und deshalb war die Entscheidung, den ersten Pfeiler zwischen den beiden Notausstiegen auszulassen, vollkommen richtig und verdient Respekt. Lieber mal vernünftig sein und zurückstecken als unnötig einen Bergwachteinsatz zu provozieren.

 

Anschließend, nachdem er sich wieder an das Gelände gewöhnt hatte, lief es wieder wie gewohnt und wir hatten den Gipfel sicher erreicht. Ich würde sagen, alles richtig gemacht. Obwohl wir uns beim Abstieg beide einig waren, dass wir auch den vollständigen Klettersteig mit auf die Zähne beißen geschafft hätten. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Winkl (Mittwoch, 06 Oktober 2021 09:58)

    Wieder ein super Bericht. Der Pidinger ist einfach immer wieder toll :-)