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Hochalmspitze 3360m

Hochalmspitze 3360m Überschreitung via Gießener Hütte und Detmolder Grat

Datum: 23.09.2012

Teilnehmer: Sepp

Gipfel:

Winkelspitz 3112m

Hochalmspitze 3360m

Schwierigkeiten: UIAA II- A0 , C/D

Wetter: stabile Hochdrucklage

Strecke: Malta 838m - Gößspeicher - Gießener Hütte 2202m - Winkelscharte - Detmolder Grat (Südwest Grat) - Hochalmspitze 3360m - Südostgrat - Steinerne Manndl - Rudolfstädter Weg - Gießener Hütte 2202m - Gößspeicher - Malta 838m

 

Die Hochalmspitze wird in Bergsteigerkreisen auch Tauernkönigin genannt. Messerscharfe Grate ziehen von allen Himmelrichtungen auf ihren Gipfel. Ein Klassiker, der den kräftigen Alpinkletterer fordert, ist der Südgrat. Aber auch die Überschreitung Detmolder Grat und Rudolfstädter Weg ist den Weg ins Malta Tal wert. Der Detmolder Grat ist ein, vom Hüttenwirt eingerichteter, hochalpiner und landschaftlich einzigartiger Klettersteig auf die Hochalmspitze. Der Steig gehört zu den höchstgelegenen Klettersteigen Österreichs und endet am höchsten Punkt der Ankogelgruppe. Da es mit Sepp bei der Besteigung des Wiesbachhorns im August gut geklappt hatte, verabredeten wir uns wieder. Beide waren wir heiß auf die Tauernkönigin.

Wir fuhren von Niederbayern ins urige Maltatal. Wenige Kilometer nach Malta, biegen wir, auf Höhe des Wasserfalls, beim Gasthof Faller nach links in den Gößgraben ab. Von dort folgen wir der Straße bis zu deren Ende, knapp unterhalb des Gößspeichers. Vom Parkplatz folgen wir den gut markierten Weg zur Gießener Hütte auf 2202m. Nach etwa 1,5 h erreichen wir die Hütte. Wir checken ein und schauen uns den Weg, den wir morgen früh gehen wollen. Aber schon kurze Zeit später ist der Hüttenwirt schon mit dem Essen fertig und wir sitzen in seiner Stube.

Am nächsten Morgen starten wir noch vor allen anderen unseren Aufstieg zur Winkelscharte. Schon nach kurzer Zeit kommen wir an eine Weggabelung, wo wir den linken Weg zur Winkelscharte nehmen. Über Gletscherschliffplatten und Matten steigen wir in Serpentinen den gut angelegten Weg zu einer weiteren Weggabelung. Dort ist bereits der Detmolder Grat angeschrieben, den wir folgen. An der Scharte machen wir kurz Pause. Sepp klagte schon den ganzen Aufstieg, dass er sich nicht gut fühle, dass er nicht auf Touren kommt. Hier auf der Scharte, will er nicht mehr weiter. Er sagt, ich solle alleine weitergehen, er würde zurück zu Hütte absteigen. Alles reden hilft nicht und wir trennen uns.

Aus der Winkelscharte steige ich nur alleine nordöstlich über Blockgelände (UIAA max. I) zu einem Sattel westlich des Trippkees und weiter zu einer Grathöhe. Es ist eine richtig schöne Kletterei. Ohne das eher hinderliche Klettersteigset komme ich gut und schnell voran. Von der Grathöhe steige ich kurz in einer Scharte ab. (UIAA II-) und nun weiter auf den neu errichteten Klettersteig (C/D), weiter bis zu zum Beginn der "alten" Klettersteig-Versicherungen. Ich bin begeistert. Tolle, nicht zu schwere Kletterei und das Wetter spielt richtig gut mit. Am Beginn der älteren Versicherungen, folge ich immer den Drahtseilen die mich zu den Klettersteig-Schlüsselstellen führen. Die zwei schwersten Stellen sind eine kurze Querung in eine Scharte (C/D) und ein kl. Überhang (C/D) kurz vor dem Gipfel. Aber alles mit Megahenkel überhaupt kein Problem. Am Gipfel angekommen, bin ich erst ein bisschen traurig, weil die Kletterei schon vorbei ist. Aber die gewaltige Aussicht mit einem Wolkenmeer unter mir, lassen mich das schnell vergessen. Ich mache kurz einige Bilder und steige vom Gipfel auf der anderen Seite ab.

Vom Gipfel klettere ich über eine kurze, aber sehr ausgesetzte Gratpassage auf den Vorgipfel und entlang des teilweise vergletscherten SO-Grates zu den "Steinernen-Mandln". Hier hole ich eine Dreier-Seilschaft ein. Wir tun uns für den restlichen Abstieg über den Grat und zum Abseilen auf den Gletscher zusammen. Von den Steinernen Mandl klettern wir nun in südlicher Richtung, über den Rudolfstädterweg ab. Über leicht, versicherte Kletterstellen (max. A/B) erreichen wir die Abseilstelle die jedes Jahr länger wird. Wir seilen einmal ab und stehen kurze Zeit später auf dem Trippkees. Hier folgen wir der ausgetreten Spur zurück zur Hütte.

 

 

Fazit: Insgesamt eine gewaltige Tour. Hier werden hochalpine Anforderungen gestellt, der Umgang mit Pickel und Steigeisen, sowie das Klettern im zweiten Grad sollte beherrscht werden. Auch der Abstieg ist nicht zu unterschätzen, da er anfangs kurz ausgesetzt über den Grat und später über vergletschertes Gelände führt. Im gesamten aber grandiose und anspruchsvolle "Berg-(Klettersteig)-Tour" die man gemacht haben sollte. Ich persönlich fand es nur Schade, dass Sepp anscheinend einen schlechten Tag erwischt hatte. Gerne wäre ich mit Ihm auf dem Gipfel gestanden.

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