Erfolg und Scheitern oder Glück und Unglück liegt sehr nahe beisammen und die Richtung, in welche sich eine Tour entwickelt, machen oft nur Kleinigkeiten aus. Ein kaputter Ausrüstungsgegenstand, eine fehlende Socke, ein Fehltritt oder eine falsch interpretierte Wettervorhersage können eine Tour zum Desaster werden oder gar nicht erst starten lassen.
Wenn ich so über das vergangene Tourenjahr blicke, sind mir zwei Ereignisse ganz tief in Erinnerung geblieben. Zum einen die eigene Dummheit mit den Tourenskischuheinlagen bei der Venter Runde im März und die unstabile und sehr schlecht vorhersagbare Wetterlage bei unser geplanten Westalpenwoche, die mir schlussendlich zum dritten Mal in Folge einen Strich durch die Hochtourenwoche gemacht hatte.
Ich gebe aber nicht auf! Ich werde weiter die Dinge optimieren, die ich optimieren kann und auf besseres Wetter bei unseren Unternehmungen hoffen. Ein paar schöne Westalpentouren hätte ich schon noch auf dem Plan…
Ich gebe aber nicht auf! Ich werde weiter die Dinge optimieren, die ich optimieren kann und auf besseres Wetter bei unseren Unternehmungen hoffen. Ein paar schöne Westalpentouren hätte ich schon noch auf dem Plan…
Wir schon im letzten Jahr nach Alberts Unfall am Fuße des Piz Bernina war auch dieses Jahr bei Alpenvereinstouren oder Touren die Albert kannten immer wieder Thema. Das ist auch gut so! So bleibt Albert bei uns auf Tour dabei und wir denken dran, dass es im „Gebirg“ keine 100% Sicherheit gibt.
Am 06.01.2025 machten wir uns zur Grünstein Umfahrung auf. Zu fünft ging es auf der berühmten Runde bei Ehrwald über 4 Scharten und Jöcher um die Berge Grünstein und Tajaköpfe. Schlechtes an den Tage zuvor, windiges Wetter und Schneemangel waren die Hauptgegner an diesem Tag! Durch die eher miesen Voraussetzungen waren wir alleine auf der sonst hochfrequentierten Runde in den Miemingern.
Noch im Pistenbereich...
Anfang Februar verabredete ich mich mit Robert und Mario im eigentlich scheesicheren Großarltal einen schönen Tag im Schnee zu erleben. Die unter der Woche gefallen Neuschneemengen machten Hoffnung auf einen schönen Pulver. Unsere Runde ging über drei Gipfel und beinhaltete einige gute Abfahrten.
Mit dem Neuschnee ist die sehr mäßige Schneelage kaschiert...
Mitte Februar konnte ich einen Platz bei der von Markus angebotenen Wilder Kaiser Skitour ergattern. Was freute ich mich auf die Südseite der Kaisers, die ich bisher nur vom Sommer her kannte. Aber wegen Schneemangels wichen wir auf die Nordseite ins Griesener Kar aus. Mit ein paar alten Freunden und ein paar Skitourenanfängern hatten wir einen kalten, aber ereignisreichen Tag im Gebirge.
Im oberen Griesener Kar... Einfach unglaublich die Türme des Wilden Kaisers...
Der März kam und somit kam auch meine Lieblingszeit im Winter, das Frühjahr mit den Hochtouren. Ende März schnappten wir uns unsere Latten und fuhren ins Sellrain. Vom Tal wollten wir den Zwieselbacher Rosskogel besteigen. Bei relativ wenig Schnee konnten wir aber trotzdem vom Parkplatz aus starten.
Auf dem Weg zum Rosskogel...
Eine Woche später trafen wir uns in der Talunterkunft Zwieselstein für unsere Sektions-Mehrtagestour in den Venter Bergen. Die Venter Runde sollte es sein. Bei schlechter Vorhersage und Großwetterlage probierten wir unser Glück. Ich hatte kein Glück! Durch einen Skischuhwechsel hatte ich die Einlagesohle vergessen. Mit dem Ergebnis, dass ich nach Ende des zweiten Tages abbrechen musste.
Am Ende des Skigebiets mit dem Blick ins Rottmoostal...
Anfang April startete ich mit Tobi in den zweiten Versuch, die hohen Berge im Rauriser Tal zu besteigen. Im Vorjahr hielt uns riesige Neuschneemengen von unserem Gipfelerfolg ab. Heuer sollten wir mehr Glück haben, denn mit einem Gewaltmarsch machten wir beide Gipfel an einem Tag.
Eine Querung der Steilrinne unterhalb des Sonnblicks...
Ende April verabredete ich mich mit Till zu einem Bergtag. Im Vorfeld wussten wir nicht recht, was wir machen sollten. Für eine Skitour zu wenig Schnee, für eine gscheide Bergtour zu viel Schnee. Also entschieden wir uns für eine leichte Alpin-Klettertour am Traunsee, den Traunstein SW Grat.
Auf dem Grat...
Mitte Juni war wie jedes Jahr um dieses Zeit unserer Familienurlaub im Wilden Kaiser. Und endlich hatte ich mal die Möglichkeit und die Zeit den Hausberg unseres Gasthofes zu erklimmen. Im Laufschritt stieg ich auf den Großen Pölven. Ein Aussichtsberg der Extraklasse!
Ein schöner Blick ins Inntal...
Ende Juni war meine erste Sektionstour angesagt. Auf den Hohen Dachstein sollte es gehen. Von den Gosauseen soll es via Adamekhütte und den Westgrat hinauf gehen. Als Tagestour mit 2000 Höhenmeter nicht gerade jedermanns Sache. Wir hatten trotz der schlechten Sicht einen interessanten Bergtag.
Auf dem Weg zur Adamek Hütte...
Mitte Juli war schon die zweite Sektionstour ausgeschrieben. Auf der Rüsselheimer Hütte wollten wir die Highlights absahnen. Die Hohe Geige und der Mainzer Höhenweg, ein anspruchsvolles Unternehmen Richtung Braunschweiger Hütte hatten es uns angetan. Eines meiner Highlight in diesem Jahr.
Kurz unterhalb des Gipfels der Hohen Geige...
Anfang August fuhr ich spontan, nach der ausgefallen Westalpenwoche mit meiner Tochter ins Bayerische Voralpenland. Mit der Familiengruppe hatten wir auf der Tegernseer Hütte besonders für meine Kleine erlebnisreiche Klettertage. Was für ein Spaß die Kleinen beim Klettern am Fels haben!
Tegernseer Hütte
Lange haben wir warten müssen. Dann wars endlich soweit und ich konnte mit Peter wieder ins Gebirge. Diesmal hatten wir uns die Untersberg-Überschreitung ausgesucht. Ein anstrengender Tag bei dem wir am Ende doch noch vom Regen eingeholt wurden.
Auf der Überschreitung mit Blick Richtung Störhaus
Ende August war es an der Zeit in die Ostschweiz zu fahren. Ich hatte den Piz Linard, den höchsten aber bei den meisten unbekannten Gipfel der Silvretta ausgeschrieben. Auf der kleinen Chamonna dal Linard hatten wir tolle Tage.
Ein Blick der für viele Mühen entlohnt...
Mitte September hatte ich eine Gewalttour ausgeschrieben. Vom Tal über den Gleiwitzer Höhenweg auf den Hohen Tenn. Gesamt 2800 Hm! Zu viert nahmen wir die Herausforderung an und gewannen einen wunderbaren Tag in den Bergen. Beim Abstieg trat ich jedoch in ein Kuhloch und zerrte mir schmerzhaft die Bänder im Fußgelenk.
Der Blick zur Großglockner Gruppe begleitet einem während des Aufstiegs...
Fazit:
Alles in allem ein tolles Bergjahr für mich! Auf Grund einiger privaten Themen ist das zurückliegende Jahr etwas schmaler als sonst ausgefallen. Aber nicht mit weniger großen Momente.
Schade ist, dass ich schon das zweite Jahr in Folge ohne Schweizer 4000er beendet habe. Das hat jetzt nicht unbedingt direkte Auswirkungen auf mein Leben, aber ich bin schon so gern im Wallis oder im Berner Oberland. Die Menschen, die Berglandschaft, die hohen Berge…alles das macht das so besonders für mich. Ich hoffe auf 2026. Mit Christian und Till habe ich eine schöne Runde geplant. Ich freue mich schon so richtig drauf!
Sportlich gesehen war ich heuer etwas unter dem Durchschnitt. Zum einen hatte ich wie schon oben erwähnt privat viel um die Ohren, wo ansonsten der eine oder andere Bergtag machbar gewesen wäre. Zum andere hatte ich heuer seit einigen Jahren wieder Verletzungen, die mich nachhaltig vom Sport abgehalten hatten. Im Frühjahr bei meiner Skischuhpleite hatte ich 5 Wochen nur mäßig in festes Schuhwerk gepasst. Und im Herbst hatte ich den einen Bauchplatscher beim Abstieg vom Hohen Tenn.
Danken möchte ich, wie eigentlich jedes Jahr meine beiden Mädels, die mich mit den Bergen teilen müssen. Vielen Dank für Euer Verständnis und die Zeit die ihr mir gebt. Ich weiß das zu schätzen.